Berlin - Die Bundespolizei hat am Donnerstag fünf Wohnungen in Berlin-Spandau durchsucht. Grund waren Ermittlungen gegen ein Schleusernetzwerk, das seit Juni 2016 29 Personen nach Deutschland gebracht haben soll, teilte die Bundespolizei mit. Dabei handelte es sich um syrische Staatsangehörige, die über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik kamen.

Die Flüchtlinge mussten 500 bis 1000 Euro an die Schleuser bezahlen. Die Schleuser sollen dabei die Personen in überladenen Kraftfahrzeugen nach Deutschland gebracht haben, es habe somit auch eine erhöhte Unfallgefahr bestanden.

Bei den Durchsuchungen in Spandau wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, so die Bundespolizei. Die Ermittlungen gegen die aus dem Libanon stammenden Berliner und ihre Hintermänner dauern an.

Festnahme in Tempelhof

Bereits am Vormittag wurde ein verdächtiger Berliner in Mönchengladbach verhaftet, in Berlin wurde ein zweiter Tatverdächtiger in Tempelhof festgenommen.

Parallel nahm die italienische Polizei einen mutmaßlichen Hintermann und Auftraggeber in Bozen fest. Schon im vergangenen November hatte die österreichische Polizei in Wien in Zusammenarbeit mit der deutschen Bundespolizei mutmaßliche Hintermänner der Bande gefasst. (BLZ)