Das Angebot klang verlockend: Anleger konnten bei der Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung (BWF) Gold kaufen – und trotz des stark schwankenden Goldpreises wurde ihnen eine Rendite von bis zu 150 Prozent versprochen. Etwa 6 000 Anleger fielen auf die BWF herein, die die Ängste der Menschen vor einer schleichenden Geldentwertung ausnutzte.

Tatsächlich kaufte die BWF weit weniger Gold, als sie vorgab. Am Mittwoch durchsuchten deshalb Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes und aus Nordrhein-Westfalen in Zehlendorf, Teltow und Frechen bei Köln Wohnungen und vollstreckten vier Haftbefehle gegen die sogenannten Goldhändler.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie gegen „wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges sowie gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und wegen des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz“. Zwei Männer und eine Frau, die als Verantwortliche der Organisation gelten, sitzen nun in Untersuchungshaft.

Weniger Gold als versprochen

Die angeblichen Goldverkäufer verkauften ihren Kunden Goldsparverträge ab 25 Euro monatlich. Nach der Einzahlung boten sie an, das Edelmetall aufzubewahren. In der Zwischenzeit wollten sie mit dem Gold handeln und so die Renditen erwirtschaften, wie sie versprachen.

Doch dann gab es im vergangenen Jahr eine anonyme Anzeige bei der Bundesagentur für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Behörde geht inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten von ihren Kunden insgesamt 54 Millionen Euro einsammelten. Jedoch verwendeten sie einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe nicht zum Ankauf von Barren oder Münzen.

Unechtes Gold im Tresor

Bereits im Februar hatten Polizisten in diesem Fall Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Köln vollstreckt. Durchsucht wurden damals Geschäftsräume und Berliner Wohnungen in Zehlendorf, Charlottenburg und Hellersdorf. In einem Tresor fanden die Ermittler tatsächlich Gold. Von den Barren war jedoch nur ein Teil echt. Weitere Goldstücke wiesen einen zu geringen Feingehalt auf.

Die Bafin hat eine Kanzlei in Frankfurt am Main mit der Rückabwicklung der Anlagegeschäfte beauftragt. Ob die Anleger ihr Geld wiedersehen, ist offen. Gut möglich, dass die geringen Mengen echten Goldes die Ansprüche der Kunden nicht decken können.