Das Darknet ist voll mit Verkaufsangeboten für alle Arten von Drogen, die frei Haus geliefert werden. Jetzt hat die Polizei einen der mutmaßlichen Anbieter erwischt, der einen solchen Internet-Versandhandel für Drogen betrieben hat.

Am Dienstagvormittag verschafften sich Polizisten der 35. Einsatzhundertschaft in Charlottenburg-Nord Zutritt zu einer der Wohnungen des 29-jährigen Händlers. „Ermittlungen ergaben, dass er mindestens seit Januar Drogen im Internet zum Kauf angeboten hatte“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.
Auf den dringend tatverdächtigen Mann war das Landeskriminalamt Baden-Württemberg gekommen.

Polizei stieß bei ihrer "Internet-Streife" auf den Verdächtigen

Bei routinemäßigen „Internet-Streifen“ im Darknet hatten die Ermittler die Verkaufsangebote des 29-Jährigen entdeckt und ihre Berliner Kollegen informiert. Daraufhin observierten Polizisten den Verdächtigen und überwachten seine Telekommunikation.

Seit die Baden-Württemberger die Verkaufsaktivitäten im Januar feststellten, konnten sie dem Mann nachweisen, dass er insgesamt 19 Briefe an Kunden in Postkästen eingeworfen hat. Sie hätten jeweils rund 40 Gramm Heroin beziehungsweise etwas mehr als 20 Gramm Kokain enthalten, sagte eine Polizeisprecherin.

Bargeld, Drogen und Laptop beschlagnahmt

Die Berliner Staatsanwaltschaft konnte bei einem Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den Mann erwirken. Bei der Razzia am Dienstag in der Wohnung am Heckerdamm fanden die Polizisten etwa ein Kilogramm Heroin, ein halbes Kilogramm Kokain, zehn Ecstasy-Tabletten, mehr als 600 leere Briefumschläge, eine vierstellige Summe Bargeld, ein Handy und ein Laptop, mit dem der Tatverdächtige offenbar seine Verkäufe getätigt hatte.

Der 29-Jährige sitzt seitdem in der JVA Moabit in Untersuchungshaft. In einer weiteren Wohnung an der Residenzstraße in Reinickendorf, wo er gemeldet ist, fanden die Polizisten weitere Unterlagen sicher, die sie als Beweismittel beschlagnahmten. Geprüft wird, inwieweit der Verdächtige Komplizen hatte.