In dem Wohnhaus Rigaer Straße 94 in Berlin-Friedrichshain gab es am frühen Donnerstagmorgen einen Polizeieinsatz. Etwa 350 Einsatzrkräfte sperrten die Hochburg der Linksradikalen ab und durchsuchten die Parterre-Wohnung einer Familie, um Beweismittel zu sichern.

Das Großaufgebot der Polizei hatte um 8.30 Uhr einen Haftbefehl gegen einen kiezbekannten Schläger vollstreckt. Beamte der Bereitschaftspolizei überwältigten den 41-Jährigen auf einem Gehweg an der benachbarten Zellestraße. Der Verdächtige war gerade mit seinem Hund spazieren.

Gegen den verhafteten Mann wird wegen des Verdachtes der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Er war in der Vergangenheit immer wieder durch Gewalttaten aufgefallen.

Passant niedergeschlagen

Der Mann mit polnischen Wurzeln soll am 11. März 2018 vor der Bäckerei gegenüber des Wohnhauses aus einem nichtigen Grund einen 54-jährigen Passanten brutal zusammengeschlagen haben. Das Opfer hatte eine Bemerkung zu dem Hund des Schlägers gemacht. Daraufhin soll der 41-Jährige ausgerastet sein. "Er schlug so heftig auf seinen Gegenüber ein, dass dieser mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus kam", sagt Polizeisprecherin Kerstin Ismer.

Nur vier Tage später soll der Verdächtige einen Polizisten mit Pfefferspray angegriffen haben. Am Donnerstagmorgen wurde nun der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Schläger vollstreckt. Der Mann gilt aufgrund seiner Unberechenbarkeit seit Monaten als gefährlich. Anwohner aus der Liebigstraße hatten sich bei der Polizei gemeldet, weil sie sich bedroht fühlten.

Familien unter Druck gesetzt

In der linken Szene-Kneipe Kadterschmiede sollte es daraufhin einen Dialog zwischen den Betroffenen aus der Liebigstraße und den Anwohnern aus der Rigaer Straße 94 geben. Doch dazu kam es nie. Mehrere Familien seien von Linksradikalen unter Druck gesetzt worden. Daraufhin hatte die Polizei die Präsenz in der Straße erhöht. "Die Maßnahmen heute waren ein wichtiges Zeichen. Es kann nicht sein, dass friedliche Anwohner durch Kriminelle unter Druck gesetzt werden, wenn sie Straftaten an die Polizei melden", erklärt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin.

Der 41-jährige Gewalttäter wurde seit Tagen beobachtet. Seine Lebensgefährtin sagte der Berliner Zeitung, dass der Verdächtige bereits am Mittwochabend kontrolliert worden war. Die Polizisten ließen ihn jedoch laufen. Am Donnerstagmorgen rückte dann ein Großaufgebot der Polizei an.

Bei den Durchsuchungen im Haus Rigaer Straße 94 trafen Polizisten zufällig auf einen weiteren Mann, gegen den ein Haftbefehl vorliegt. Eine dritte Festnahme gab es auf der Rigaer Straße. Der Mann wurde nach der Personalienfeststellung wieder freigelassen. Er hatte versucht, den Polizeinsatz zu stören.

Immer wieder kam es in der Rigaer Straße zu Gewalttaten durch Linksautonome. Auch von Dächern der früher besetzten Häuser wurden Steine auf Polizisten geworfen. In der Nacht zu Mittwoch war erneut ein Polizeiauto angegriffen worden. "Deshalb wollten wir heute mit einer hohen Kräfte-Präsenz  mögliche Störungen gleich im Keim ersticken", sagt Polizeisprecher Thomas Neuendorf.