Rund 400 Polizisten durchsuchten vom frühen Morgen bis zum Mittag acht Wohnungen mutmaßlicher Linksextremisten. Hintergrund der Razzia sind ein Mordanschlag auf Polizeibeamte und Anschläge auf Jobcenter.

Im Juni hatte es, wie berichtet, in Kreuzberg einen Brandanschlag auf Polizisten gegeben. Damals waren Beamte am Kottbusser Tor von etwa 40 Vermummten mit Steinen und Molotow-Cocktails attackiert worden. Ein Brandsatz verfehlte eine Polizistin nur knapp. Ein zweiter traf eine Frontscheibe eines geparkten Einsatzwagens, der kurzzeitig in Flammen stand. Die Polizei ermittelt seitdem wegen versuchten Mordes.

Unbekannte hatten in den vergangenen Monaten Steine und Farbbeutel auf Gebäude unter anderem in der Gotlindestraße in Lichtenberg und in der Müllerstraße in Wedding geworfen. Allein in einer Nacht gab es sieben Anschläge auf Jobcenter.
Die Beamten durchsuchten acht Wohnungen in Friedrichshain, Mitte und Neukölln. Zwei davon befinden sich in linken Wohnprojekten in der Rigaer Straße. Dort wurde der Kiez vorübergehend mit massiver Polizeipräsenz abgesperrt. Auch ein Wohnprojekt in der Reichenberger Straße in Kreuzberg wurde durchsucht.

In der Rigaer Straße 94 beschlagnahmte die Polizei nach eigenen Angaben vorgefertigte Brandsätze und Bauteile dafür sowie große Mengen verbotener Pyrotechnik. Auch Stacheldraht wurde nach Angaben von Zeugen von der Polizei mitgenommen. Bis zum Schluss waren Polizisten dabei, vor der „Rigaer 94“ einen Lkw mit Kartons, die beschlagnahmtes Gut enthielten, zu beladen.

„Der Einsatz verlief absolut friedlich“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Lediglich in einem Objekt habe es minimalen Widerstand gegeben. Inzwischen ist die Polizei an allen Objekten abgezogen.

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