Die SB-Warenhauskette Real schließt deutschlandweit acht Filialen. Eine davon befindet sich in Berlin: Die Real-Filiale im Gesundbrunnen-Center im Bezirk Mitte, die sich im dem Einkaufszentrum über zwei Etagen erstreckt. Die Schließung der gut 7.000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche soll Ende September 2016 erfolgen. Real-Chef Didier Fleury bezeichnet die Filialen, die geschlossen werden, als „chancenlose Häuser“.

Auch für den Standort im Gesundbrunnen-Center treffe das zu: Man sehe aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen leider keine Perspektive, diesen Standort dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich unter dem Real-Konzept zu betreiben, teilte Konzernsprecher Markus Jablonski auf Anfrage mit.

Anna Reinhardt, die Center-Managerin, reagierte überrascht auf die Entscheidung des Konzerns mit Sitz in Mönchengladbach. „Real hat einen gültigen, langfristigen Mietvertrag, der über 2016 hinausreicht“, sagte sie. Dieser Vertrag müsse eingehalten werden. In der Branche gilt das direkt an S- und U-Bahn angebundene Gesundbrunnen-Center mit seinem großen Parkhaus eigentlich nicht als Problemfall. Alle Ladenflächen haben derzeit Nutzer. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind die Vertragspartner offenbar vor allem uneins über die Höhe der künftigen Miete. So schlecht laufe die Filiale nicht, sagte ein Insider.

Die zum Metro-Konzern gehörende Real-Kette steckt seit Jahren in der Krise. Real-Chef Fleury monierte zuletzt die im Vergleich zur Konkurrenz deutlich höheren Personalkosten und machte klar, dass man wirtschaftlich aussichtsreichere Standorte dringend modernisieren müsse. Tatsächlich macht auch die Real-Filiale im Gesundbrunnen-Center nicht den Eindruck, gerade von einem Innenraumdesigner neu gestaltet worden zu sein.

Verhandlungen über Sozialplan

Den Mitarbeiter droht die Arbeitslosigkeit. Man werde mit den Gewerkschaften Verhandlungen über einen Sozialplan aufnehmen und frei werdende Arbeitsplätze in den anderen sechs Real-Filialen im Großraum Berlin bevorzugt Mitarbeitern aus Wedding anbieten, teilte der Konzern mit. Unklar sei, wie vielen Mitarbeitern ein Angebot gemacht werden könne.

Geschlossen werden sollen auch die Häuser in Plettenberg (NRW), Ludwigshafen und Pirmasens (Rheinland-Pfalz), Gägelow und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern), Leipzig und zum Jahresende 2016 auch Iserlohn (NRW). Betroffen sind insgesamt 650 Mitarbeiter.