Berlin - Am 18. Februar, genau vor genau fünf Monaten, verschwand Rebecca spurlos. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen weiterhin davon aus, dass die damals 15 Jahre alte Schülerin aus Neukölln Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Ihre Leiche ist verschwunden.

Unter Tatverdacht steht ihr Schwager. Er ist auf freiem Fuß. „Der Haftbefehl wurde aufgehoben, damit ist jeglichen Auflagen die rechtliche Grundlage entzogen“, sagte Silke Becker, Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft. Insgesamt waren zu dem Fall 2300 Hinweise eingegangen. Die seien noch nicht alle abgearbeitet worden, hieß es am Mittwoch aus dem Polizeipräsidium.

Auch die Kriminaltechnik sei täglich noch mit dem Fall beschäftigt. Man arbeite intensiv daran. Teilweise teilten sich Mitarbeiter aus zwei Mordkommissionen die Überprüfung der Hinweise. Es sei kein Cold Case (kalter Fall) hatte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner am vergangenen Wochenende gesagt. Sollten sich neue Hinweise ergeben, wird die Suche nach dem Mädchen wieder fortgesetzt.

Rebecca ist seit dem 18. Februar spurlos verschwunden

Die Berliner Zeitung fasst noch einmal die wichtigsten Details des Falles zusammen. Am 18. Februar kommt Rebeccas Schwager Florian R. von einer Betriebsfeier nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt ist das Mädchen noch im Haus ihrer Schwester. Dort übernachtet sie mit Zustimmung ihrer Eltern häufiger. Gegen 7 Uhr verlässt die Schwester das Haus. Zu dieser Zeit wird Rebecca das letzte Mal lebend gesehen.

Die Mutter versucht vergeblich ihre Tochter zu erreichen. Die 15 Jahre alte Schülerin erscheint auch nicht zum Unterricht. Kurz vor 11 Uhr wird das Auto des Schwagers auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von einer Überwachungskamera gefilmt. Die Eltern erstatten Vermisstenanzeige. Einen Tag später veröffentlicht die Polizei eine Vermisstenanzeige. Am Abend wird das Familienauto wieder auf der Autobahn gefilmt.

Am 28. Februar wird Rebeccas Schwager festgenommen

Diesmal ist der Twingo in Richtung Berlin unterwegs. Am 21. Februar veröffentlicht die Polizei ein Foto des Mädchens. Das hat die Familie den Ermittlern zur Verfügung gestellt. Um das stark bearbeitete Foto gibt es bis heute Diskussionen, weil es nicht dem realen Aussehen der Jugendlichen entsprechen soll. Seit 23. Februar ermittelt die Mordkommission.

Rebeccas Verwandte bitten die Öffentlichkeit, bei der Suche mitzuhelfen. Am 28. Februar wird der Schwager festgenommen. Einen Tag später durchsuchen Kriminaltechniker das Haus des Schwagers. Bis heute ist unklar, weshalb erst zehn Tage gewartet wurde, um nach Spuren am letzten Aufenthaltsort des Mädchens zu suchen.

Alle Suchaktionen der Polizei bleiben ohne Erfolg

Am Mittag wird einem Richter ein Haftbefehl vorgelegt. Er unterschreibt ihn nicht. Am Nachmittag wird Florian R. aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Drei Tage später wird erneut Haftbefehl beantragt und der Schwager festgenommen. Diesmal unterschreibt der Richter. Der Tatverdächtige wird in die Untersuchungshaftanstalt Moabit gebracht.

In den folgenden Tagen suchen Polizisten in Wäldern und Seen nach Spuren von Rebecca. Den Ausschlag dafür geben die beiden Autofahrten zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Trotz des Einsatzes von Suchhunden und Tauchern sowie Spezialisten des Technischen Hilfswerks wird das Mädchen nicht gefunden.

Am 22. März kommt Florian R. frei. Die Untersuchungshaft wird wegen mangelnder Beweise aufgehoben. In den folgenden Tagen suchen Hundertschaften der Polizei wieder in den Brandenburger Wäldern. Alles ohne Erfolg. Am 16. April stellt die Polizei die Suche vorerst ein.