Ein Video des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Anisemitismus (JFDA) hat in den vergangenen Tagen das Netz bewegt. Es dokumentiert einen Aufmarsch von Rechtsextremen am 30. Juli in Berlin. Laut JFDA wurde es bereits 15.000 Mal angesehen, die Reichweite  betrug mehr als 70.000. Doch mittlerweile hat Facebook das Video gelöscht.

Als Grund für die Löschung habe Facebook angegeben, dass das Video gegen die "Community Richtlinen" verstoße. "Ich bin sprachlos. Unsere Mitarbeiter werden permanent bei der Ausübung ihrer Tätigkeit auf Demonstrationen angegriffen und dann unsere Beiträge im Internet gelöscht. Wir fordern Facebook auf, unserer Inhalte umgehend wiederherzustellen", sagt die JFDA-Vorsitzende Lala Süsskind.

Das Video zeigte unter anderem, wie ein Teilnehmer während der Veranstaltung unter dem Motto "Merkel muss weg" wegen des Zeigens eines Hitlergrußes kurzzeitig festgenommen wurde sowie die verbale Attacke auf eine muslimische Familie und das Bedrängen einer Journalistin.  Zudem zeigte es Ausschnitte aus Reden und Parolen, die während des Aufzuges mit rund 1300 Demonstranten skandiert wurden.

Melde-Attacken durch rechte Szene

Auf Mediennachfragen wollte sich Facebook zu dem Fall nicht äußern. Einzelfälle würden grundsätzlich nicht kommentiert, hieß es. Der JDFA kritisiert, dass es bereits im Mai einen ähnlichen Vorfall gegeben habe.

Damals wurde versucht, ein Video des Vereins bei Youtube zu löschen. Auslöser dafür sollen so genannte "Melde-Attacken" rechter Akteure sein, die zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen an ihrer Arbeit hindern sollen.

Der JDFA hat mittlerweile das Video in einem neuen Beitrag bei Facebook gepostet und es auch auf Youtube hochgeladen, um erneut die Situation bei dem rechten Aufmarsch zu dokumentieren. (BLZ)