Potsdam - Es geht um viel Geld in dem Verfahren, das am Dienstag vor der 11. Zivilkammer des Potsdamer Landgerichts begonnen hat und für das die Beklagten, wenn sie denn verurteilt werden, „sehr erfolgreich Lotto spielen müssten“, so sagt es Richterin Jutta Lechermeier in der Verhandlung. Es geht im Saal 13 des Potsdamer Justizzentrums um genau 2.891.184,99 Euro. Dabei handelt es sich um den finanziellen Schaden, der vor sechs Jahren durch den vorsätzlich gelegten Brand an der Turnhalle des Oberstufenzentrums im havelländischen Nauen entstand. Das Feuer zerstörte das Gebäude, in das vorübergehend 100 Flüchtlinge einziehen sollten. Für die rechtsextremistisch motivierte Tat wurden sechs Männer wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt, darunter Maik Schneider, der einstige NPD-Stadtverordnete. Er galt als Rädelsführer.

Von ihm und zwei damaligen Komplizen will die Gebäudeversicherung der Turnhalle, die Ostdeutsche Kommunlaversicherung, nun den bereits an die Kommune gezahlten Millionenbetrag zurück - rund 2,7 Millionen für den Zeitwert der Halle, und etwa 200.000 Euro für Abriss- und Aufräumarbeiten, rechnet Volkhard Wittchen, Anwalt der Assekuranz, den Anwesenden vor. Nicht dabei: Maik Schneider. Es war klar, dass der 34-Jährige der Verhandlung in Potsdam fernbleiben würde. Denn Schneider hätte bei seinem Erscheinen durchaus mit einer Verhaftung rechnen können.

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