Berlin - Die Stadt Dresden hat es den Rechtsextremen verboten, den Gedenktag für die Opfer des Bombardements auf die Stadt im zweiten Weltkrieg für ihre Zwecke zu nutzen. In Berlin dürfen dagegen Neonazis vor dem Brandenburger Tor demonstrieren.

Bereits am 6. Februar hat der Berliner Landesverband der Partei "Die Rechte" die Demonstration heute für 20 Uhr auf dem Platz des 18. März angemeldet. "Wir erwarten eine Teilnehmerzahl im mittleren bis oberen zweistelligen Bereich", sagte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung. Die Kundgebung steht unter dem Motto „13. Februar 1945 – Berlin gedenkt den Opfern des Dresdener Flammeninfernos". Die Versammlungsbehörde der Polizei sah offenbar keine Möglichkeit, die Nazi-Demo an dem symbolträchtigen Ort in Berlin zu verbieten.

Gegenkundgebungen sind nach Angaben des Polizeisprechers bislang nicht angemeldet.

"Die Rechte" war von dem Hanburger Neonazi Christian Worch als militante Konkurrenz zur NPD gegründet worden. Im September vergangenen Jahres gründete sich in der rechtsextremen Szenekneipe "Zum Henker" in Niederschöneweide auch ein Berliner Landesverband. Er ist offenbar ein Auffangbecken für die Mitglieder der verbotenen Kameradschaft "Frontbann 24". Kurz nach der Gründung hatte die Partei in Lichtenberg eine Demonstration gegen „linke Gewalt“ veranstaltet.

Am Mittwoch hatte das sächsische Oberverwaltungsgericht ein Verbot der Stadt Dresden bestätigt, eine Neonazi-Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche abzuhalten. Die Rechtsextremisten wollen dort nun offenbar vor dem Hauptbahnhof demonstrieren.

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