Potsdam - Die „Unsterblichen“ kommen in der Dunkelheit. Sie tragen weiße Masken und ziehen mit brennenden Fackeln durch die Straßen von Potsdam. Auf ihrem Transparent steht mit weißer Farbe auf schwarzem Grund: „Die Demokraten bringen uns den Volkstod.“ Es sind 20 schwarz gekleidete Gestalten, die am 3. Februar in der Landeshauptstadt von Brandenburg aufmarschieren. Als die alarmierte Polizei eintrifft, hat sich der gespenstische Zug bereits aufgelöst. Die Beamten erwischen noch vier Leute in der Nähe, können aber nur die Personalien aufnehmen, Masken oder Fackeln finden sie nicht.

Die Sicherheitsbehörden kennen solche Aktionen mittlerweile. Winfriede Schreiber, die Chefin des Verfassungsschutzes, spricht von „Kostümfaschismus“. Das klingt verharmlosend, birgt aber einen wahren Kern: Rechtsradikale verpacken alte Inhalte in einer neuen Form. Sie treten nur in kleinen, verschworenen Gruppen auf und organisieren sich übers Internet. Sie vertreten die Nazi-Ideologie, beziehen sich aber auch auf die Popkultur. Sie sind belesen und üben sich in Kampfsport. Ihr Motto: „Werde unsterblich!“

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