Rechtsextremismus: Radikales Auffangbecken

Potsdam - Der Name der neuen Partei orientiert sich an der „Linken“, auch beim Logo gibt es Ähnlichkeiten. Die Schrift ist ebenfalls leicht geneigt. Auch der kleine Pfeil, der über dem Parteinamen prangt, ist vorhanden. Nur dass er bei der neuen Partei „Die Rechte“ in die andere Richtung zeigt – nach rechts.

Seit Pfingsten des vergangenen Jahres gibt es diese Splitterpartei, die der bekennende Rechtsextremist Christian Worch gegründet hat. Damals verdichteten sich Hinweise auf ein mögliches NPD-Verbotsverfahren. Seither breitet sich die neue rechtsradikale Partei weiter aus. Nun gibt es neben Ablegern in Nordrhein-Westfalen und Hessen auch einen Landesverband der Partei in Brandenburg. Am vergangenen Sonnabend wurde er in Finowfurt (Barnim) gegründet.

Alte Bekannte

„Wir wissen es, und wir werden sie beobachten“, sagt Ingo Decker, der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Chef des Landesverbands ist Klaus Mann aus Finowfurt, den der Verfassungsschutz seit längerem im Visier hat. Denn Klaus Mann ist kein Unbekannter in der Szene. Er war der letzte Landesvorsitzende der Deutschen Volksunion (DVU). Zweimal schaffte es die rechtsradikal Partei sogar in den Potsdamer Landtag. Laut Verfassungsschutzbericht hat der Mann in der Vergangenheit sein Privatgrundstück in Finowfurt regelmäßig der NPD, anderen Neonazis und Veranstaltern von rechtsextremistischen Konzerten zur Verfügung gestellt. Stellvertretende Parteichefin wurde seine Frau Sybille.

„Worchs Partei gilt als Auffangbecken von Mitgliedern verbotener Kameradschaften und gewaltbereiten Neonazis“, erklärt Jürgen Lorenz vom Mobilen Beratungsteam. Lorenz betreut die Kreise Uckermark und Barnim. Klaus Mann habe schon seit langem guten Kontakt zu Worch gepflegt, sagt Lorenz. Außerdem soll „Die Rechte“ ehemalige DVU-Mitglieder ansprechen. Für Lorenz ist die Gründung der Partei eine strategische Entscheidung – man wolle rechtzeitig neu aufgestellt sein.

Der Gründer und Vorsitzende der Partei „Die Rechte“, Christian Worch, sagt, die Partei habe quasi das Programm der aufgelösten DVU übernommen und stehe „vollinhaltlich“ zum Grundgesetz. Er selbst bezeichnet seine Organisation als „weniger radikal als die NPD, aber radikaler als die Republikaner“. Derzeit habe die Partei bundesweit 260 Mitglieder. Das nächste Ziel sei, bei der Europawahl im Jahr 2014 teilzunehmen und dort „mit Glück“ 0,5 Prozent der Stimmen zu bekommen und so in den Bereich der Parteienfinanzierung zu gelangen. Worch bestreitet, dass er die Partei gegründet hat, damit sie als neues rechtsextremes Sammelbecken die