Regen, Regen, Regen und nochmal Regen. In Berlin fallen in diesem Juli regelmäßig Sturzbäche vom Himmel. Gute, wasserfeste Kleidung kann bei einer solchen Wettersituation den Tag retten. Schade nur, dass die meist genauso grau und trist aussieht wie das Wetter selbst.

Das muss aber nicht sein, wenn es nach Astrid Freitag geht. Sie ist Geschäftsführerin der Berliner Mode-Boutique "Freitag Fashion" in den Hackeschen Höfen und hat sich auf Regenmode spezialisiert. Viele Boutiquen dieser Art gibt es nicht. Freitag genießt einen Monopol-Status: "Ich wüsste nicht, wo es sonst noch so etwas gibt", sagt die Geschäftsführerin. Durch den Dauerregen freut sie sich derzeit über besonders viele Kunden. Dazu gehören Menschen aus diversen deutschen Städten. Aber auch Touristen kommen zu ihr, um Regenmode zu kaufen.

"Der Regen ist trist genug. Wir wollen Farbe in den grauen Regenalltag bringen", sagt die 58-Jährige. Schon während ihres Studium in Hannover arbeitete die Designerin am liebsten mit knalligen Farben. Und damit diese am besten zur Geltung kommen, hat sie begonnen, mit Lack-Materialien zu arbeiten. Wasserfeste Kleidung designt Freitag bereits seit über 30 Jahren.

Handarbeit kostet

Ihre kleine Boutique mit bis zu fünf Mitarbeitern eröffnete Freitag vor etwa 15 Jahren in Berlin-Mitte. Es ist das einzige Geschäft, das sie derzeit betreibt. Die Mode wird in einem Atelier im selben Haus von der Designerin kreiert und mit der Unterstützung von ein bis zwei Schneiderinnen produziert. Für ihre Handarbeit muss der Kunde ordentlich in die Tasche greifen. Jacken und Capes kosten um die 300 Euro, Mäntel 400 - 500 Euro und Mützen 49 Euro. Dafür können sich Kunden individuelle Outfits und zum Beispiel Jacken nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen lassen.

Durch beschichtetes Jersey-Gewebe, das mit Viskose-Material abgefüttert ist, fühlt sich Regenmode außerdem weich an, erzählt Freitag. Weicher als man auf den ersten Blick vielleicht denke. Für die Winter-Kollektionen wird auch mit Fell gearbeitet. 20 Grad und Regenwetter sind ideal für die Sommer-Designs. "Bei 30 Grad würde man schon darunter schwitzen, wie bei jeder Kleidung", sagt die Designerin.

Gummistiefel im Trend

Nur Gummistiefel hat die Boutique nicht im Sortiment, dafür gibt es in den Hackeschen Höfen zu wenig Lagerkapazitäten, sagt die 58-Jährige. Vergrößern möchte sie ihr Geschäft dennoch nicht, denn die Arbeit im kleinen Team macht Spaß. "Sogar der Laden-Hund trägt ein Cape", erzählt sie und lacht.

Wer sich trotzdem modische Gummistiefel zulegen möchte, hat im Internet die Qual der Wahl. Ob mit Erdbeer- oder Blumen-Muster, in Neon-Farben, oder sogar mit Absatz. Bei "Freitag Fashion" wird man Absatz-Stiefel in Zukunft wohl nicht finden. Das ist der Designerin dann doch zu unpraktisch.

Freitag Fashion, Hackesche Höfe Hof V, Rosenthaler Straße 40/41, Öffnungszeiten Mo. bis Sa. von 11 bis 19 Uhr.