Berlin - Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat es vorgemacht: Er ließ sich nach seiner Wahl ins Amt wählen und ernannte erst danach die Senatoren. Denn solange Fraktionsmitglieder und Parteifreunde noch auf eine Beförderung hoffen dürfen, scheren sie nicht aus. Auf diese Methode will nun auch Scholz’ Parteifreund Klaus Wowereit zurückgreifen, wie man hört. Erst zur Abgeordnetenhaussitzung am 8. Dezember sollen die Senatoren feststehen – nach der Wahl des Regierenden Bürgermeisters zwei Wochen zuvor. Wowereit wäre sozusagen zwei Wochen alleinregierend: König Klaus.

Der ehrgeizige Fahrplan sieht so aus: Am 15. November vereinbaren SPD und CDU in einer großen Schlussrunde den Koalitionsvertrag. Dabei wird wie auf dem Basar über letzte Fragen gefeilscht, Motto: Tausche Ausländerwahlrecht gegen eigenen Kultursenat. Dann soll über den Zuschnitt der Ressorts entschieden werden – allerdings ohne die personelle Besetzung der Behördenspitze. Darauf haben sich SPD und CDU offenbar verständigt. Früher wurden die Senatorenposten kurz vor der Chefwahl vergeben, so dass Spielführer und Mannschaft gemeinsam starteten.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.