Berlin - Das räumte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) jetzt gegenüber der Berliner Zeitung ein. „Zusätzliche Kosten entstehen durch die verlängerte Anmietung des Terminals A zur Interimsnutzung“, erklärte Bima-Sprecher Guido Déus auf Anfrage. Die Kosten für die Anmietung belaufe sich inklusive der benötigten Parkplätze auf 1,6 Millionen Euro jährlich, wie der Parlamentarische Staatssekretär Enak Fehrlemann aus dem Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Berliner Grünen-Bundestagsabgeordneten Lisa Paus mitteilte. „Dass der neue Hauptstadtflughafen erst später eröffnet als geplant, ist extrem peinlich und beweist den Dilettantismus der Berliner Politik. Doch auch die Bundesregierung macht in Schönefeld keine bessere Figur“, kritisiert Paus.

Ursprünglich sollte der Regierungsflughafen am 1. November 2011 eröffnet werden. Dann wurde die Fertigstellung zunächst auf 2014 und nun zuletzt auf Ende 2016 verschoben. An den veranschlagten Baukosten in Höhe von 310 Millionen Euro (anfangs waren es 125 Millionen Euro) soll sich angeblich nichts ändern. Zusätzlich zu den Mehrkosten durch die Anmietung des alten Terminals für weitere zwei Jahre entstehen Kosten für dessen Herrichtung in Höhe von zirka 3,6 Millionen Euro, so Fehrlemann.

Der Regierungsairport und der zivile Teil des Flughafens BER wurden separat geplant. Die Zeitpläne für den Bau des Regierungsterminals mussten ebenfalls immer wieder nach hinten korrigiert werden – unter anderem, weil die letzte Planänderung erst im September vergangenen Jahres durch das brandenburgische Infrastrukturministerium genehmigt worden war. Obwohl der neue Regierungsflughafen erst in gut vier Jahren fertig wird, gibt die Bundesregierung ihren bisherigen Airport in Tegel schon vorher auf. Sie verlegt den Betrieb nach Schönefeld, wenn der neue Airport eröffnet und Tegel geschlossen wird.

Das Regierungsterminal entsteht in einem streng gesicherten Bereich am nördlichen Rand des Flughafens nach Plänen des Architekturbüros Busmann + Haberer. Ihr Entwurf sieht ein langgestrecktes Terminal mit einer Fassade aus Glas und Holz vor, das inmitten eines Kiefernhains steht. Für den Bau muss das denkmalgeschützte „Generalshotel“ abgerissen werden. Die Planer sahen sich nicht in der Lage, das Gebäude einzubeziehen. Das Generalshotel war 1949/50 auf dem Flughafenareal errichtet worden. Es diente der DDR-Staatsführung dazu, ihre Gäste unterzubringen. Obwohl das Haus von Gutachtern als Gebäude „von besonderem historischen Wert“ eingestuft wurde, genehmigte das Brandenburger Infrastrukturministerium den Abriss. Laut Bima sollen der Kronleuchter aus der Eingangshalle und Teile der schmiedeeisernen Geländer erhalten bleiben.