Berlin - Es ist eines der kleineren Berliner Verkehrsprojekte. Doch das bewahrt es nicht vor Problemen. Beim Bau des Regionalbahnhofs Mahlsdorf im Osten der Stadt müssen die Bauleute mit Schwierigkeiten zurechtkommen. „Es gibt Verzögerungen im Bauablauf, seit Juli“, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit.

In zwölf Metern Tiefe sind die Arbeiter auf unvorhergesehene Bodenverhältnisse gestoßen, die den Einsatz der geplanten Maschinentechnik verhindert haben. „Angepasst an die baubetrieblichen und baustellenspezifischen Bedingungen musste die Planung zur Herstellung der Bohrpfahlwände, insbesondere die Statik, vollständig überarbeitet werden“, so der Sprecher. Nach umfangreichen Qualitäts- und Prüfläufen wurde die Planung nun zur Umsetzung freigegeben.

An dem geplanten Eröffnungstermin des neuen Haltepunkts soll sich aber nichts ändern, versichert der DB-Mann. „Aus heutiger Sicht bleibt es bei der Inbetriebnahme des Regionalbahnsteiges am 10. Dezember dieses Jahres.“ Allerdings: „Aufgrund der Verzögerungen werden wir eine vollständig barrierefreie Erschließung der Bahnsteiganlagen jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt ermöglichen können.“ Anders formuliert: Der geplante Aufzug wird 2017 noch nicht fertig.

Warten auf das zweite Tram-Gleis

Ein Bahnsteig, 140 Meter lang und 55 Zentimeter hoch, Wetterschutzhäuschen, ein kurzes Dach, eine Treppe, ein Aufzug: Mehr ist neben der Unterführung der Hönower Straße nicht vorgesehen. Doch Politiker und Planer erwarten 1400 Regionalbahnreisende pro Tag – zusätzlich zu den täglich rund 13.300 S-Bahn-Nutzern auf dem S-Bahnhof Mahlsdorf gleich nebenan. Genug, um die Ausgaben rechtfertigen zu können: Das Land Berlin, das den Bau bestellt hat, zahlt 900.000 Euro, die DB und der Bund steuern insgesamt rund 2,6 Millionen Euro bei.

Die Züge der Linie RB 26 (Lichtenberg–Kostrzyn), die Mahlsdorf im Stundentakt heute noch ohne Halt passieren, sollen dort vom zweiten Advent an halten. Wer in der Märkischen Schweiz wandern, auf dem Oder-Radweg Rad fahren oder in Polen einkaufen will, kann in die Dieseltriebwagen der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) einsteigen. Ab Dezember 2018 werden sie über Lichtenberg hinaus zum Ostkreuz fahren. Beobachter befürchten, dass die Wagen dann morgens noch voller sein werden als jetzt – weil zahlreiche Fahrgäste auf die S-Bahn verzichten und lieber mit der schnellen Regionalbahn fahren.

Angst vor Stau

Fünf Buslinien und die Straßenbahnlinie 62 sorgen in Mahlsdorf für Anschluss. Allerdings kann die Bahn nur alle 20 Minuten verkehren. Der Senat will den zweigleisigen Abschnitt, der derzeit weit vor dem Bahnhof endet, zum Bahnhof ausdehnen, doch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf fürchtet Stau. Seit über zwei Jahren dauert der Streit schon an, ein Ende ist nicht in Sicht.

„Wenn das so weitergeht, können wir glücklich sein, wenn wir in dieser Wahlperiode noch den ersten Spatenstich hinbekommen“, sagte ein Insider. Die Wahlperiode endet 2021. In einer internen Präsentation der BVG heißt es, dass für das 20-Millionen-Euro-Projekt noch ein „erheblicher Abstimmungsbedarf“ bestünde. Einen Zeitplan gebe es derzeit nicht.