Gut möglich, dass sich zahlreiche Fahrgäste umgewöhnen müssen. In wenigen Tagen will der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eine der größten Ausschreibungen im Regionalverkehr starten, die es jemals gegeben hat. Nach dem neuesten Stand werden für 19 Linien Betreiber gesucht. Viele Strecken im Netz Elbe-Spree werden derzeit von der Deutschen Bahn (DB) betrieben – das könnte sich ändern.

„Es ist geplant, die Ausschreibung Ende nächster Woche oder Anfang der übernächsten Woche im Europäischen Amtsblatt zu veröffentlichen“, teilte VBB-Sprecherin Elke Krokowski am Freitag auf Anfrage mit. Bahnunternehmen können sich dann bewerben. Danach folgt ein umfangreiches Vergabeverfahren, an dessen Ende die neuen Verkehrsverträge vergeben werden: für zwölf bis 15 Jahre ab Ende 2022.

Das Interesse ist dem Vernehmen nach groß, denn es geht um große öffentliche Aufträge. Auf allen Linien legen die Züge pro Jahr insgesamt rund 23 Millionen Kilometer zurück. Für jeden Kilometer reichen die Länder Geld vom Bund an die Betreiber weiter. Allerdings wird es nicht möglich sein, dass ein Unternehmen alle Strecken betreibt.

Die Linien, die zu vergeben sind, werden in vier Lose aufgeteilt. Jeder Bieter kann höchstens zwei dieser Linienpakete übernehmen, hieß es. Auch die möglichen Los-Kombinationen sind begrenzt. So soll sichergestellt werden, dass keine Monopolstrukturen entstehen und Fahrgäste Vielfalt geboten bekommen. Das Stichwort lautet: Loslimitierung.

Wer fährt den Express zum BER?

Das erste Los umfasst nur eine einzige Linie – die am stärksten genutzte in dieser Region. Es handelt sich um den Regionalexpress RE1, der Magdeburg und Potsdam mit Berlin und Frankfurt (Oder) verbindet. Dem zweiten Los gehören unter anderem der Regionalexpress RE2, der künftig von Nauen über Berlin nach Cottbus fährt, und der Flughafenexpress zum BER an. Im dritten Paket findet sich zum Beispiel der RE7 (Dessau–Berlin–Senftenberg). Los 4 umfasst zum Beispiel den neuen RE8, der zunächst in zwei Teilen verkehrt: Wismar–BER und Berlin–Elsterwerda/Finsterwalde.