Berlin - Die Idee, einen Sportpark zu errichten, entstand vor etwa fünf Jahren. 12.000 Quadratmeter lagen da noch an der Kopenhagener Straße in Ost-Reinickendorf brach. „Da war nichts drauf, nur alte Autos waren abgestellt und Motorräder,“ sagt Rüdiger Kreische, Sportdirektor der Füchse Berlin Reinickendorf e. V. Dann wurden Förderanträge eingereicht, finanzielle Dinge geregelt, es dauerte eine Weile, bis man mit dem Bau des Sportparks loslegen konnte. Die Hälfte der vier Millionen Euro, die der Park gekostet hat, hat der Verein beigesteuert, die andere Hälfte der Bezirk.

Eröffnung mit Sportfest

Stück für Stück ist man dabei vorgegangen. Jetzt ist man so gut wie fertig hier. Das Vereinshaus, in dem auch die Geschäftsstelle beheimatet ist, steht bereits seit einigen Monaten, vier Beachvolleyballplätze mit echtem Europameisterschaftssand sind daneben entstanden, sowie ein Kunstrasenplatz und ein großer Kinderspielplatz, auf dem man auch Tischtennis und Basketball spielen kann.

Der gesamte Komplex heißt Sportpark Fuchsbau. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass „Füchse Berlin“ eben nicht nur Handball bedeutet, sondern, dass in diesem Verein 25 Sportarten, von Tennis bis Boxen, von Basketball bis Pilates, angeboten werden.

Am kommenden Wochenende soll der Park mit einem großen Sport- und Kulturfest eröffnet werden. Mit dabei sind natürlich die Zugpferde des Vereins, die Handballprofis, die sich von ihren Fans für den frisch eroberten Europapokal feiern lassen werden. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller wird da sein, ebenso Innen- und Sportsenator Henkel.

Frank Steffel, Füchse-Präsident und Bundestagsabgeordneter der CDU, wertet dies als Zeichen dafür, dass in Berlin Vereinssport ernst genommen wird. Das sei sehr wichtig, besonders in eher problematischen Gebieten wie Ost-Reinickendorf . Der Sport fördere das Sozialverhalten, im Verein würden Teamplay und Fairness vermittelt, betont Steffel. „Gerade in den Abteilungen, wo wir teilweise 70 bis 80 Prozent Jugendliche mit Migrationshintergrund haben, leistet der Sport, was Elternhäuser zum Teil nicht schaffen, was Sprache und Sozialverhalten angeht.“ Er sei froh, „dass sie bei uns im Verein auf Sandsäcke boxen“.

Derzeit hat der Verein 3 000 Mitglieder. Es sei eine große Herausforderung, neue Mitglieder zu gewinnen, sagt Steffel. Ältere Menschen seien nicht so leicht zum Vereinssport zu bringen, und jüngere tagsüber zu lange in der Schule eingebunden. „Ich war nach der Schule um 14 Uhr an fünf Tagen in der Woche auf dem Sportplatz. Ich habe trotzdem den Weg durchs Leben geschafft“, so Steffel. Heute seien Kinder und Jugendlichen deutlich länger eingebunden, manchmal bis 17 Uhr. Aber schulische Bildung sei nicht alles. Auch andere Dinge seien wichtig: Soft-Skills wie das Zusammenspiel im Sport oder in einer Band. „Dahingehend müssen wir alle ein bischen die Gesellschaft verändern“, sagt Steffel.

Wenn Handballer Fußball spielen

Bei gutem Wetter rechnet Steffel mit mehr als 10 000 Menschen Besuchern beim Sportfest auf dem neu eröffneten Gelände. Ein Höhepunkt wird sein, wenn sich die Profi-Handballer der Füchse sich im Fußball mit den Meisterinnen der 2. Fußball-Bundesliga vom 1.FC Lübars messen werden.

Vom Spielplatz erhofft man sich, dass die Reinickendorfer ihn nutzen werden und dass die Kinder später mal Mitglied im Verein werden. „Das sind alles potenzielle Füchse hier,“ sagt Sportdirektor Kreische.

Eine leere Stelle gibt es noch auf dem Gelände. „Dort würden wir uns eine Sporthalle wünschen. Aber wir als Verein können das nicht finanzieren“, so Kreische. Er hofft, dass der Bezirk die Lücke füllt: „Vielleicht kommt dort eine Schulsporthalle hin.“ Die könnte dann der Verein ebenfalls nutzen.