Das börsennotierte Wohnungsunternehmen Vonovia baut an der Ziekowstraße in Reinickendorf zwei Hochhäuser mit 145 Wohnungen seniorengerecht um – lässt sich den neuen Service aber gut bezahlen. Wie die Vonovia auf Anfrage mitteilte, sollen die Wohnungen, für die bisher eine Warmmiete von durchschnittlich rund 350 Euro bezahlt wird, künftig rund 600 Euro kosten.

Die Wohnungen erhalten dafür unter anderem größere Bäder mit erhöhtem Toilettensitz, Haltegriffe, bodengleiche Duschen und rutschfeste Fliesen. Zur Ausstattung gehört ferner eine kleine Einbauküche mit Zeitschaltuhren und Abschaltautomatik für elektrische Geräte wie Herd und Bügeleisen. Vorgesehen ist zudem eine zentrale Stromabschaltung beim Verlassen der Wohnung und ein Einbauschrank im Flur mit Platz für einen Rollator.

Wäscheservice und Medikamentenbringdienst

Im Erdgeschoss entsteht ein Nachbarschaftstreff, der von den Johannitern betreut wird. Vom gemeinsamen Mittagessen bis zu kleinen Hilfen im Alltag sollen die Bewohner hier Unterstützung finden. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es für uns eine Zukunftsaufgabe, unsere Wohnungen wie hier im Ziekowkiez an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen“, sagt Sebastian Krüger von Vonovia. Die Häuser sind zurzeit bewohnt. Die Wohnungen werden nach Angaben der Vonovia schrittweise umgebaut – immer, wenn ein Mieter auszieht. Zu den Leistungen, die im künftigen Mietpreis enthalten sind, gehören ein Wäscheservice, ein Medikamentenbringdienst, die Annahme von Post und Paketen sowie ein täglicher Anruf oder Sicherheitsbesuch.

Auch die landeseigenen Unternehmen richten sich immer stärker auf die älter werdende Mieterschaft ein. So hat die Gesobau im Märkischen Viertel in einem Modellprojekt mit der AOK und der Technischen Hochschule Wildau Wohnungen seniorengerecht umgebaut – zum Einsatz kommen dabei technische Hilfsmittel wie eine visuelle Klingel und eine Abschaltautomatik am Herd. Die Gesobau wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.