Über Weihnachten weg aus Berlin: Fünf schöne Orte für unter 500 Euro

Sie möchten an Weihnachten gerne verreisen, doch die Flüge sind zu teuer und das Geld knapp? Wir haben ein paar Tipps für alle, die über die Feiertage aus Berlin flüchten wollen.

Mit der Gondel auf den Fichtelberg im Oberwiesenthal
Mit der Gondel auf den Fichtelberg im Oberwiesenthaldpa/Sebastian Willnow

Viele Menschen nehmen sich an Weihnachten Urlaub oder ein paar extra Tage frei, um zu ihren Eltern zu fahren oder mit der Familie sonst irgendwo gemeinsam Zeit zu verbringen. Andere wollen vielleicht einfach nur weg aus der großen Stadt, um an einem ruhigen Ort wieder zu sich selbst zu finden. Die Protagonistin der romantischen Komödie „The Holiday“ Amanda (gespielt von Cameron Diaz) hatte genug von Männern und Alltag und flüchtete deswegen an Weihnachten aus Los Angeles weit weg in die englische Provinz Surrey, wo sie letztlich ihre Liebe fand.

Doch was, wenn eine Flucht aus Berlin gerade an Weihnachten finanziell schwierig ist? Ist nicht schlimm, denn auch in der Nähe von Berlin gibt es Orte, die sich wie „ganz weit weg“ anfühlen. Vielleicht können auch hier Wunder passieren? Im Vergleich zu den warmen Ländern und auch manchen europäischen Touristenhotspots sind sie auch relativ günstig. Hier unsere Auswahl.

Bad Schandau und die sächsische Schweiz

Die sächsische Kleinstadt Bad Schandau lockt Naturliebhaber und Ruhesuchenden mit einem Kurpark, einer Therme und Winterwandermöglichkeiten durch die Sächsische Schweiz. Auch die Sehenswürdigkeiten wie der historische Personenaufzug sind durchaus interessant. Für etwas mehr weihnachtliche Stimmung soll die Parkweihnacht am Parkhotel Bad Schandau sorgen, die am Sonnabend und Sonntag bis 18 Uhr stattfindet. Die berühmte Toskana Therme ist an Werktagen bis 22 Uhr und am Heiligabend bis 16 Uhr geöffnet und verspricht trotz der Energiekrise „stabile Temperaturen“ und „geöffnete Saunen“. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt für vier Stunden 26 Euro.

Kürzester Weg aus Berlin mit dem Auto: 247 Kilometer, rund drei Stunden Fahrt.

Hinfahrt mit der DB am 23. Dezember: ab 29,90 Euro ohne Bahncard.

Unterkunft für eine Nacht für zwei Erwachsene auf Booking.com: Ab 65 Euro.

Die Kirnitzschtalbahn im Kirnitzschtal bei Bad Schandau im Nationalpark Sächsische Schweiz
Die Kirnitzschtalbahn im Kirnitzschtal bei Bad Schandau im Nationalpark Sächsische Schweizimago/Hohlfeld

Moritzburg

An Weihnachten einmal „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ schauen – das gehört zur Tradition. Doch wie wäre es mit einer Reise zu dem Ort, wo das Wintermärchen gedreht wurde? In Moritzburg, einer Gemeinde in Sachsen bei Dresden, steht das berühmte gleichnamige Jagd- und Barockschloss.

Es diente mehrfach als Kulisse für Märchenfilme; 1972 wurde hier auch das Meisterwerk des tschechischen Regisseurs Václav Vorlíček gefilmt. In den Wintermonaten (Mitte November bis Ende Februar) findet hier jedes Jahr eine Winterausstellung zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ statt. Einen Tag in Moritzburg zu verbringen, lohnt sich also auf jeden Fall. Vor allem, wenn man nach Dresden fahren will. Denn an Übernachtungsmöglichkeiten ist Moritzburg leider alles andere als reich.

Kürzester Weg aus Berlin mit dem Auto: 182 Kilometer, etwas über zwei Stunden Fahrt.

Auf Schlittschuhen auf dem zugefrorenen Schlossteich vor dem Schloss Moritzburg, einem einstigen Jagdschloss der Wettiner 
Auf Schlittschuhen auf dem zugefrorenen Schlossteich vor dem Schloss Moritzburg, einem einstigen Jagdschloss der Wettiner dpa/Robert Michael

Oberwiesenthal

Da wir schon bei Sachsen sind: In Oberwiesenthal an der tschechischen Grenze bietet das Erzgebirge einen wunderschönen Urlaubsort. Die Fichtelberg-Schwebebahn führt hier hinauf zum Gipfel des 1215 Meter hohen Fichtelbergs mit seinen Skipisten. Freunde und Bekannte der Autorin dieses Textes fahren mit ihren Kindern jeden Winter nach Oberwiesenthal, um hier Schlitten zu fahren. Und viel sicherer als in Berlin können die Winterliebhaber hier auch echten Schnee erleben. Wer wandern will, kann den bekannten Rundwanderweg Gabriele-Kohlisch-Tour nehmen, der durch Wälder zum Schwarzen Teich führt.

Kürzester Weg aus Berlin mit dem Auto: 325 Kilometer, fast vier Stunden Fahrt.

Hinfahrt mit der DB am 23. Dezember: ab 23,90 Euro ohne Bahncard.

Unterkunft für eine Nacht für zwei Erwachsene auf Booking.com: Ab 75 Euro.

Winterlandschaft auf dem Fichtelberg im Oberwiesenthal
Winterlandschaft auf dem Fichtelberg im Oberwiesenthaldpa/Jan Woitas

Karlovy Vary (Karlsbad)

Wer über die deutsch-tschechische Grenze hinweg will, sollte Karlovy Vary besuchen. Der kleine Kurort im böhmischen Bäderdreieck, der 2021 UNESCO-Weltkulturerbe wurde, verbreitet im Winter eine Märchen-Aura und lockt die Fans des gesunden Lebensstils mit seinen Mineralquellen, Heilbädern und Wanderaktivitäten rund um die Stadt. Die schöne böhmische Architektur und die Nähe zum Erzgebirge verhelfen hier automatisch zu mehr Besinnlichkeit.

Die Fans von leckerem Essen werden (wie die Autorin dieses Textes bei jedem Besuch) auch nicht enttäuscht. Ein Weihnachtsmarkt verspricht zusätzlich eine feierliche Atmosphäre. Ein Muss für die sündigen Freunde des tschechischen Biers: Ein Besuch bei Pivní Lázně, dem ersten Bierbad Spa in Karlovy Vary. Eine Stunde für zwei Personen kostet hier am 24. Dezember zwar 100 Euro, doch der Eindruck ist es wert.

Kürzester Weg aus Berlin mit dem Auto: 355 Kilometer, etwa viereinhalb Stunden Fahrt.

Hinfahrt mit der DB am 23. Dezember: ab 31,90 Euro ohne Bahncard.

Unterkunft für eine Nacht für zwei Erwachsene auf Booking.com: Ab 30 Euro.

Tschechien, Kyselka: Lange Eiszapfen am Mattoni-Wasserfall bei Karlsbad.
Tschechien, Kyselka: Lange Eiszapfen am Mattoni-Wasserfall bei Karlsbad.dpa/Kube Slavomír

Nürnberg

Wir lieben Bayern, aber wer will schon zum Weihnachten nach München fahren? Die bayerische Hauptstadt ist teuer und allein wegen ihrer Größe und Großstadt-Arroganz eine zu langweilige Wahl. Nürnberg wirkt dagegen viel atmosphärischer und attraktiver. Die historische Meile mit ihren altertümlichen Kirchen, Schlössern und Burgen, und dazu noch einer der bekanntesten Christkindelmärkte, der dieses Jahr wieder nach der Pandemie öffnet: Das sind die Gründe, warum auch einige junge Redakteure der Berliner Zeitung sich dieses Jahr entschlossen haben, mal nach Nürnberg zu fahren! Und ein weiteres wichtiges Argument: Wer am Sonntag unbedingt in die Kirche muss, findet in Nürnberg bestimmt eine, die ihm besonders am Herzen liegt.

Kürzester Weg aus Berlin mit dem Auto: 447 Kilometer, etwa viereinhalb Stunden Fahrt.

Hinfahrt mit der DB am 23. Dezember: ab 95,90 Euro ohne Bahncard.

Unterkunft für eine Nacht für zwei Erwachsene auf Booking.com: Ab 50 Euro.

Weinstadel und Henkersteg in Nürnberg
Weinstadel und Henkersteg in Nürnbergdpa/Daniel Karmann

Haben Sie Feedback oder ein eigenes Traumziel für Weihnachten? Schreiben Sie uns! briefe@berliner-zeitung.de