Die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2015 in Berlin ist erneut deutlich gestiegen. Knapp 1,85 Millionen Menschen waren in Lohn und Brot, 35.800 oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde erneut ein Rekordstand erreicht. Im bundesweiten Durchschnitt gab es ein Minus von 0,3 Prozent.

Die neuen Stellen in Berlin entstanden vor allem in den Dienstleistungsberufen, etwa in Handel, Verkehr und Gastgewerbe, im Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister sowie in Erziehung und Gesundheit, gab das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag bekannt. In Brandenburg ging die Zahl der Erwerbstätigen mit minus 0,1 Prozent erstmals wieder leicht zurück.

Zuzug von Fachkräften

Zu den Gründen des Aufschwungs in Berlin sagte der Stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter, dieser sei „das Ergebnis der sehr dynamischen Entwicklung der Berliner Wirtschaft in den vergangenen Jahren“. Ein Großteil des Jobwachstums sei auch mit dem Zuzug von Fachkräften zu erklären: „Berlin ist ein Magnet für Fachkräfte, der längst über die Landesgrenzen hinaus Wirkung erzielt.“

Zum vierten Mal in Folge habe Berlin das stärkste Jobwachstum unter allen Bundesländern erreicht , sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer. In den vergangenen vier Jahren hätten die Unternehmen rund 138.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Sie erinnerte an den Wandel in der Stadt: Berlin habe „lange auf der Verliererseite gestanden, auch in der Erwerbstätigenbilanz“. Seit vier Jahren sei man beim Stellenaufbau „ganz oben auf der Gewinnerseite und da wollen wir bleiben“.

Die Arbeitslosigkeit hat sich in Berlin deutlich verringert. Im vergangenen Jahr wurde erstmals seit 1991 die Marke von 200.000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt wieder unterschritten. Deutlich mehr Jugendliche fanden Arbeit oder einen Ausbildungsplatz, was auf das verstärkte Engagement der Firmen bei der Bereitstellung von Lehrstellen zurückzuführen ist. (ml.)