Sie bleiben standhaft. Sie kämpfen weiter. Fünf Tage, nachdem die Senioren ihre Freizeitstätte in der Stillen Straße in Pankow besetzt haben, ist ihr Wille ungebrochen. Durchschnittlich zehn Protestierer im Alter von 70 bis 75 Jahren übernachten regelmäßig in dem Seniorenklub. In der alten Stadtvilla treffen sich normalerweise die mehr als 300 Mitglieder zu verschiedenen Freizeitaktivitäten. Derzeit werden sie tagsüber von bis zu 30 weiteren Mitstreitern  unterstützt.

Der Bezirk hatte im Zuge der Haushaltsberatungen für die Jahre 2012 und 2013 beschlossen, den seit 15 Jahren bestehenden Seniorenklub in Niederschönhausen aufzugeben. Das wollten die Senioren sich nicht gefallen lassen.  „Der Klub ist für uns ein Ort der Kommunikation“, sagte  Rentner Hermann Hering (74). „Diesen Ort will man uns jetzt rauben.“ Schon vor Monaten begannen die Senioren zu protestieren: Sie schrieben Briefe an die Ämter und demonstrierten bei der Bezirksverordnetenversammlung.

Doch der Bezirk wollte nicht einlenken. So entstand die Idee mit der Hausbesetzung. Bei Beginn der Aktion am vergangenen Freitag blickte die Vorstandsvorsitzende Doris Syrbe noch mit ein wenig Sorge auf die bevorstehenden Schwierigkeiten. „Wir sind alle müde, von den bisherigen Protesten“, sagte die 72-Jährige. Auch fünf Tage nach dem Einzug der Senioren in die Einrichtung ist ihr Wille ungebrochen, für den Erhalt der Freizeitstätte zu kämpfen. „Wir bleiben, bis die uns hier raustragen“, sagt Syrbe, die ihre gute Laune trotz der Strapazen nicht verloren hat.

Vom Bezirk kam bisher keine Reaktion. Der Bürgermeister sei noch im Urlaub, wurde den Senioren mitgeteilt. Deshalb sei mit keiner Entscheidung zu rechnen.