Berlin - Die Zukunft des besetzten Seniorentreffs in der Stillen Straße in Pankow bleibt ungewiss. Die Bezirksverordneten von SPD und Grünen im Finanzausschuss lehnten am Donnerstagabend ab, mit der Volkssolidarität über eine Weiterführung zu verhandeln. Sie vertagten ihre Entscheidung auf den 18. Oktober.

Der Sozialverband will den Seniorentreff weiterführen und das Angebot erweitern. Aus der Villa mit Garten soll ein Mehrgenerationenhaus werden, schlug die Vorsitzende der Volkssolidarität, Heidi Knake-Werner, vor. Doch viele Verordnete reagierten skeptisch auf das Konzept. Im Juli hatte der Bezirk den Seniorentreff geschlossen. Unterhalts- und Sanierungskosten seien zu hoch, hieß es.

Daraufhin besetzten Senioren die Villa. Um die Kosten geht es nun erneut. Die Volkssolidarität verlangt, der Bezirk müsse einen Teil davon mitfinanzieren. Knake-Werner sagte: „Wir übernehmen Aufgaben des Bezirkes, also muss der Bezirk laufende Kosten übernehmen.“ Doch das lehnt der Bezirk ab. Für den Seniorentreff sei kein Geld mehr eingeplant. Zudem, so Knake-Werner, solle der Bezirk die Villa zu einem „symbolischen Preis“ der Volkssolidarität übergeben. Der Wert des Hauses wird auf 74.000 Euro geschätzt.

Ob unter diesen Bedingungen Verhandlungen beginnen, ist völlig unklar. Und selbst wenn, würden sie etwa anderthalb Jahre dauern. Die Volkssolidarität soll ein Finanzierungskonzept erarbeiten. „Und was wird mit uns?“, riefen die Senioren am Ende der Sitzung. An der Situation habe sich nichts geändert, lautete die Antwort. „Dann geht die Besetzung weiter“, sagte Doris Syrbe vom Clubvorstand. „Auch ohne Heizung.“ Die ist längst abgestellt.