Berlin - Am Karfreitag hat sich Ernst Exter zwei Stunden länger Schlaf als üblich gegönnt, dazu ein langes und ausgiebiges Frühstück mit seiner Lebensgefährtin. Er war mit seinem Hund Rudi, einem Pudel-Terrier-Mix, spazieren wie sonst nur an Sonntagen – zwei Stunden kreuz und quer durch den Grunewalder Forst. Am Sonnabend ist er allerdings schon wieder nach Schönefeld gefahren, auf die Baustelle. Denn die Arbeiten an seinem  Restaurant, das im sogenannten Food Court des neuen Flughafens entsteht, sind ein wenig in Verzug geraten. Und etwas teurer als geplant wird das Projekt wohl auch noch werden.

Doch Exter (63), der seit 28 Jahren einen Currywurststand am Wittenbergplatz in Schöneberg betreibt und dort vor neun Jahren die Bio-Currywurst erfand, lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen: „Das ist eben die klassische Eröffnungsroutine“, sagt er, „jeden Tag gibt’s die eine oder andere Neuigkeit.“ Mittlerweile sei er ganz cool, kleine Aufregungen bewältige er schnell. Und überhaupt: „Haben sie schon mal von einem Bauprojekt gehört, das billiger wird?“ Der große, kräftige Mann mit den weißen Haaren wirkt zuversichtlich: Alles wird gut. Das ist sein Mantra. Bis zum 15. Mai müssen die Bauarbeiten abgeschlossen sein: „Das wird“, macht Exter auch sich selbst ein wenig Mut. Schließlich baue er mit Profis, die nicht zum ersten Mal ein Schnellrestaurant errichten, schon oft für den Marktführer Mc Donald’s tätig waren.

Viel lieber als an den Einbau von Sanitär- und Klimaanlagen, an die Elektriker, die Leitungen verlegen,  und an die Trockenbauer auf der Baustelle, die bald sein 100 Quadratmeter großes Restaurant sein wird, denkt Exter an die neuen Kreationen, die er dort anbieten will. Gemeinsam mit einer internationalen Sandwich-Beraterin, Nelly aus London, hat er Sandwiches entwickelt, die es so bisher noch nicht gab, zum Beispiel Mischbrot  mit gebratener Currywurst, belegt mit Gurke und einer scharfen Chilli-Sauce – „ein Gedicht“, schwärmt Exter. Er mag die Wurst gebraten, aber kalt. Sein künftiger Restaurantchef Daniel Hanuschke isst das belegte Brot lieber warm, beiderseits erhitzt in einem Sandwichgrill. Warm oder kalt – beide Sandwich-Variationen wird es in Exters Restaurant geben. Und natürlich nicht nur mit Currywurst belegt, auch Bratwürste und Bouletten sollen die Basis für die Brötchen bilden. „Dazu kommt...“ setzt Exter an. Dann bricht er ab. Lieber noch nicht zu viel verraten.

Namen für die Sandwichs gibt es noch nicht. Exter will in den nächsten Tagen darüber nachdenken. Vielleicht fällt ihm ja am Ostermontag etwas Zündendes ein. Dann, wenn er mit Rudi wieder durch den Grunewald streift. Ist schließlich Feiertag.