BerlinZwischen Regalen voller Kunstbände steht im ersten Stock ein wuchtiger Apparat: metallener Untersatz, Kurbeln, eine Art Papiereinzug – wie bei alten Kopiergeräten, nur in groß – und rot eingefärbte Walzen, die wie zwei geschminkte Riesenlippen wirken. Das Ungetüm heißt „Korrex Hannover“ und ist eine Andruckpresse aus den 60er-Jahren. Sie ist das Herzstück der neuen Druckerwerkstatt im Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Seit September können Besucher hier Plakate selbst herstellen und dabei den mechanischen Prozess des Druckens kennenlernen.

„Die Menschen haben wieder mehr Lust auf Handwerk“, sagt Kreativexpertin Elisabeth Alexander, 56, die verschiedene Workshops in der Manufaktur anleitet. Sechs Mal im Monat finden auf der ersten Etage zweieinhalbstündige Seminare zu unterschiedlichen Themen statt, der analoge Druck ist eines davon. Auch Buchbinden sowie Drucken mit selbst angefertigten Stempeln und Collagen kann man hier mit weitem Blick auf die Friedrichstraße und das Bahnhofsgebäude erlernen – coronabedingt sind die Seminare derzeit auf vier Teilnehmer begrenzt. Alte Bücher, die zu schade sind, um sie zu wegzuwerfen, werden im Workshop „Objekte aus alten Büchern“ zu chinesischen Lampions oder kubistischen Vasen umgestaltet.

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