Polizisten und Feuerwehrleute auf Jetskis: Was in Italien und Dubai längst gang und gäbe ist, könnte bald auch nach Berlin kommen. Der SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber will eine Idee durchsetzen, schnellere Rettungen auf dem Wasser zu ermöglichen.

Freiwillige Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen nutzen Jetskis bereits. Im sächsischen Königstein werden sie seit eines Hochwassers 2013 eingesetzt. Auch in Berlin wären laut dem Abgeordneten die bis zu 100 km/h schnellen Wassermotorräder für die Wasserrettung und Kriminalitätsbekämpfung hilfreich. In der Antwort auf eine schriftliche Anfrage Schreibers an den Senat wurde deutlich, dass 15 Einsatz-Jetskis rund 450.000 Euro kosten würden. „Ein überschaubares Investitionsvolumen, wenn es um Lebensrettungen geht“, meint Schreiber.

Bei der Feuerwehr wurde seine Idee bisher abgelehnt. Aufgrund der Bauart könnten mangels Ausrüstung auf den Jetskis kaum Rettungsmaßnahmen ergriffen werden, schreibt Innen-Staatssekretär Torsten Akmann. Experten der Feuerwehr räumten aber auch ein, dass Jetskis eine Ergänzung zu den derzeitigen Wasserfahrzeugen darstellen könnten.

„Wenn man die Polizei auf dem Wasser ruft, ist sie nicht in 15 Minuten da“

Denn sie verfügen über Plattformen beziehungsweise Beiboote, auf denen Verletzte zur Bergung fixiert werden können. Freiwillige Feuerwehren hätten sich bereits für Einsatz-Jetskis ausgesprochen, so Schreiber. Insbesondere für den Müggelsee, den Tegeler See und den Wannsee sei eine Anschaffung von Jetskis sinnvoll, so Schreiber.

Die beiden einzigen Löschboote der Stadt sind in der Feuerwache Spandau-Süd stationiert. Die betagten Einsatzboote wurden 1974 und 1975 gebaut. Eines davon ist lediglich ein Reserveboot. Vier Mehrzweckboote wurden 2016 in Köpenick, Tiergarten, Tegel und Spandau bereitgestellt.

Jetskis wären auch für die Berliner Wasserschutzpolizei eine Bereicherung. „Wenn man die Polizei auf dem Wasser ruft, ist sie nicht in 15 Minuten da. Das würde sich dann ändern“, glaubt Schreiber. Gerade wegen der Häufung von Partybooten und Umweltsündern auf dem Wasser würden Anschaffung Sinn machen. Immerhin gibt es in der Berlin etwa 50 Seen, drei große Flüsse und acht Kanäle.