In Corona-Zeiten werden die Leseplätze in Bibliotheken schon mal knapp. 
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imago images/Andreas Friedrichs

Berlin-Mitte - Bücher, Zeitschriften, Platz zum Lesen, Plaudern, Kaffeetrinken – die Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße gehört zu den geselligsten Orten der ansonsten lebensarmen Gegend in Sichtweite des Schlossneubaus. Junge Leute vielerlei Geschlechts, vielgestaltiger Kopfbedeckung und sehr diverser Herkunft kommen zum Studieren, Kontakte ergeben sich von selbst. Manche ältere Leute sitzen stundenlang im Foyer, lesen Tagespresse oder Zeitschriften. Zum Glück weiß man inzwischen recht sicher, dass Papier kein gefährlicher Virenträger ist. Die Stimmung ist gelöst, ein Ort der Freundlichkeit, Rücksichtnahme, Toleranz.

Natürlich gelten die Corona-Regeln: Maske tragen, Abstand halten, Hände desinfizieren. Im Lesesaal ist jeder zweite Tisch gesperrt. Es gibt mehr Studierwillige als Plätze. Und sofort wird es kompliziert, rücksichtslos, angespannt, unfreundlich. Knappheit setzt Instinkte frei. Es gilt zu sichern, was zu sichern ist: mein Stuhl, mein Tisch! Tatsächlich ist die Hälfte der zum Arbeiten im Prinzip freigegebenen Plätze blockiert, belegt mit Blättern oder Büchern, Computerkabeln, einer Maus. Wie die Handtücher auf Liegen am Hotelpool Besitzanspruch markieren.

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