Eine solche Spornschildkröte wurde am Sonnabend in Falkensee eingefangen.
Foto: imago images/Karina Hessland

FalkenseeEine Riesenschildkröte hat auf einem Grundstück in Falkensee (Havelland) randaliert. Der Grundstücksbesitzer rief am Sonnabend gegen 15.45 Uhr die Polizei in die Beethovenstraße. Als die Beamten dort ankamen, entdeckten sie eine etwa einen Meter lange und etwa 60 Kilogramm schwere Schildkröte.

Diese wütete bereits auf der Terrasse des Anrufers. Sie hatte den Tisch und Stühle umgeworfen. „Ohne Gegenwehr oder Fluchtversuch konnte die Schildkröte gestellt werden“, teilte die Polizeidirektion West am Sonntag mit. Das Tier sei unverletzt geblieben.

Hinzugerufene Feuerwehrleute halfen dabei, das Tier einzufangen, indem sie den Bewegungsradius der laut Polizei „sehr aktiven Riesenschildkröte“ eindämmten. Sie bauten ein provisorisches Gehege. Die Beamten forderten nun einen amtlich bestellten Tierfänger an. Die Bergung des schweren und unhandlichen Tieres habe den Beteiligen einiges abverlangt, sagte ein Polizeisprecher.

Es handelt sich um eine Spornschildkröte, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Sie gelten nach den Galápagos-Riesenschildkröten und den Seychellen-Riesenschildkröten als die drittgrößten lebenden Landschildkröten. Sie werden bis 80 Kilo schwer und bis zu 70 Jahre alt. Ihr Rückenpanzer erreicht eine Länge von 80 Zentimetern. In freier Wildbahn leben sie in den trockenen Gebieten im nördlichen Zentralafrika.

Am Abend meldete sich dann der Besitzer der Schildkröte bei der Polizei und wollte diese als vermisst melden. „Er war überglücklich, als man ihm mitteilte, dass seine Spornschildkröte unverletzt eingefangen wurde“, sagte der Polizeisprecher. Am Montag wolle man eventuell Fotos der eingefangenen Schildkröte herausgeben, hieß es in der zuständigen Dienstgruppe der Polizeiinspektion Havelland.