Wegen eines riesigen Waldbrandes rund 50 Kilometer vor der Stadtgrenze Berlins haben rund 540 Menschen ihre Dörfer verlassen müssen. Drei Orte in einem Gebiet südlich von Potsdam wurden evakuiert. Das Feuer erstreckt sich über ein Gebiet auf der Kreisgrenze zwischen Potsdam-Mittelmark bei Treuenbrietzen und Teltow-Fläming bei Niedergörsdorf. Am Donnerstagabend brannte bereits eine Fläche so groß wie 400 Fußballfelder.

Die größte Stelle, die brennt, ist nach Angaben der Einsatzkräfte einen Kilometer breit und drei Kilometer lang. Daneben stünden weitere Stellen in Flammen, sagte ein Sprecher der brandenburgischen Polizeidirektion West. Das auf 300 Hektar geschätzte Feuer sei teilweise nur 100 Meter von Orten entfernt, hieß es. Die Menschen, die ihre Häuser deshalb verlassen mussten, sollten nur das Wichtigste mitnehmen wie Papiere oder Medikamente, hieß es von der Gefahrenabwehrbehörde der Stadt Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark). Sie sollten zunächst in der dortigen Stadthalle untergebracht werden.

Kaum Regen in den letzten Monaten

Die Behörde bat „die Bevölkerung in den Orten Tiefenbrunnen und Klausdorf ihre Häuser zu verlassen und den Anweisungen der örtlichen Kräfte zu folgen“. Auch in Frohnsdorf sollten die Menschen aus ihren Häusern, erklärte der Polizeisprecher. Ob weitere Orte im Laufe des Abends und der Nacht hinzukommen könnten, konnte er noch nicht sagen.

Anwohner in der Gegend wurden außerdem gebeten, Fenster und Türen wegen der Rauchentwicklung geschlossen zu halten. Die Rauchsäule sei zehn Kilometer weit zu sehen, sagte der Sprecher. Die Feuerwehr versuche, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Das Wetter helfe dabei bislang nicht. „Es wäre schön, wenn es regnet.“ In Brandenburg ist seit Monaten kaum noch Regen gefallen, die Natur ist in weiten Landstrichen ausgedörrt.

Boden mit Munition belastet

Der Brand erstreckte sich zunächst über fünf Hektar - und hatte sich am Nachmittag schnell ausgebreitet. Weil der Boden mit Munition belastet ist, sind die Löscharbeiten besonders schwierig. Der Regionalleitstelle Brandenburg zufolge gab es Explosionen. Die Feuerwehr war zunächst mit 600 Einsatzkräften vor Ort, auch Löschhubschrauber wurden eingesetzt. Rund 60 Polizisten sicherten die betroffenen Orte.

Am Donnerstagabend teilte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU), in Treuenbrietzen mit, rund 300 Einsatzkräfte würden den Brand noch bekämpfen. „Wir versuchen, das Feuer zum Stehen zu bekommen“, sagte Stein. Ein Großteil der Evakuiertem, so der Vize-Landrat, komme bei Bekannten unter, zudem stehe die Stadthalle von Treuenbrietzen auch für die Nacht zur Verfügung.

Mittlerweile sind auch zwei Löschhubschrauber von der Bundeswehr und der Bundespolizei im Einsatz. Zudem ist die Polizei mit Wasserwerfern aufgefahren. Die Bundesstraße 102 wurde gesperrt. Der Zugverkehr auf der Linie RB 33 von Wannsee nach Jüterbog wurde eingestellt.

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, die betroffene Region am Freitag besuchen zu wollen. Der Ministerpräsident wolle sich am Vormittag ein Bild von der Lage machen, sagte Regierungssprecher Florian Engels der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Freitag. Dafür sagte Woidke einen Termin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Uckermark ab.

Deponiebrand in Jüterbog - Rauch erreicht Treptow-Köpenick

Zudem warnte die Berliner Feuerwehr aufgrund eines Deponiebrandes im Bereich Jüterbog vor einer möglichen „Lufttrübung durch Rauch“. Ebenso könne es zu einem „Ascheregen“ kommen. Das war auch gemäß den Berichten von Anwohnern im südlichen Bereich des Bezirks Treptow-Köpenick der Fall. Auch hätte sich mit dem Rauch ein unangenehmer Gestank verbreitet, hieß es. Bei der Feuerwehr kam es zwischenzeitlich zu einem erhöhten Notrufaufkommen.  (dpa/BLZ)