Das ehemalige Restaurant "Riviera" soll in eine Seniorenresidenz umgewandelt werden.
Foto: imago images/Jürgen Ritter

Berlin-KöpenickIm Streit um Bauarbeiten an den historischen Ausflugslokalen Gesellschaftshaus und Riviera in Köpenick hat sich jetzt der Investor zu Wort gemeldet. Die Terragon AG wehrt sich gegen Vorwürfe des Ortsvereins Grünau, wonach die leerstehenden Baudenkmäler abgetragen und für die Errichtung einer Seniorenresidenz zerstört würden.

Das Gesellschaftshaus war im Juli 2019 bei einem Brand schwer beschädigt worden, die Bausubstanz des Riviera hat unter 30 Jahren Leerstand gelitten. Terragon will dort eine Seniorenresidenz errichten.

Denkmalschutz als „integraler Bestandteil“ 

Terragon-Vorstand Annette Heilig versichert, dass das Bauprojekt unter strenger Beachtung des Denkmalschutzes ablaufe. Das Unternehmen untermauert dies mit der Veröffentlichung eines Computer-Schaubilds, das zeigt, wie der historische Riviera-Saal rekonstruiert werden soll. Bereits im Sommer 2021 werde der Riviera-Saal aussehen wie zu seinen besten Zeiten, so Heilig. „Die Denkmäler, insbesondere der historische Riviera-Saal, sind ein baulicher Glanzpunkt unseres gesamten Vorhabens.“

Der rekonstruierte Saal werde nicht nur den Bewohnern der Seniorenwohnanlage offenstehen, sondern als Restaurant und Veranstaltungssaal der gesamten Nachbarschaft.

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Im Vorfeld der Arbeiten hätten Bauhistoriker und Restauratoren, so Annette Heilig, die historische Substanz von Riviera und Gesellschaftshaus umfassend untersucht. Auf dieser Grundlage seien bauliche Maßnahmen zum Erhalt der Denkmäler mit dem Bezirk Treptow-Köpenick vereinbart und in einem denkmalschutzrechtlichen Vertrag festgelegt worden. „Der Erhalt der Denkmäler ist für uns keine lästige Pflicht, sondern integraler Bestandteil unseres Vorhabens“, sagt Heilig. Man investiere mehr als zehn Millionen Euro in die ehemaligen Ausflugsgaststätten.

Veranda wird wieder aufgebaut

Das brandgeschädigte Gesellschaftshaus soll, so Heilig, „in seiner stadtbildprägenden Kubatur mit historischer Fassadengestaltung und Fenstergliederung denkmalgerecht saniert werden“. Es erhalte unter Verwendung der historischen Stützen auch seine Veranda wieder.

Der Ortsverein Grünau hatte beklagt, dass bei den Bauarbeiten die Veranda verschwunden sei. Beide Gebäude, Gesellschaftshaus und Riviera, würden den Eindruck erwecken, entkernt worden zu sein.