Haben Sie schon immer mal davon geträumt, in einem Möbelhaus Diskus zu werfen? Nein? Nun, wir auch nicht, aber wenn der Olympionike Robert Harting am Wochenende Scheiben bei Möbel Kraft in Schöneberg durch den Raum schleudert, ist das schon mal einen Ausflug wert.

An diesem Sonnabend herrschte dort reger Andrang, als sich der amtierende Welt- und Europameister die Ehre gab. Schon wochenlang hatten Plakate mit dem Slogan "Der Harting kommt" für den Aktionstag geworben.

Zunächst servierte Robert Harting sein Lieblingsessen im hauseigenen Kraft-Restaurant am Sachsendamm. Und zwar Rindersteak mit Kartoffeln, Salat und Kräuterbutter. Danach gab es in zwei Autogrammstunden das, was eigentlich alle von dem berühmten Berliner wollen: Unterschriften.

Fans konnten sich an der Fotowand in Robert-Harting-Pose (er zerreißt ja bekanntlich gerne sein Trikot vor Freude) fotografieren lassen und Einkaufsgutscheine von Möbel Kraft beim Robert-Harting-Quiz gewinnen.

Die Hauptattraktion war aber das Diskuswerfen: Mitten im Möbelhaus war ein Leichtathletikfeld mit Schutznetz aufgebaut, in dem Interessierte sich einmal selbst in Hartings Disziplin ausprobieren konnten. Der zeigte ihnen die richtige Bewegung und überließ ihnen dann die Scheibe: Kinder gewannen eine Medaille, Erwachsene Rabattscheine. Je weiter ihr Wurf, desto höher die Prozente.

Vor allem die weiblichen Fans nutzten die Gelegenheit, ihrem Idol persönlich zu seinem Titelgewinn in England zu gratulieren. Der 28-jährige Berliner ist mehrfacher Deutscher Meister, Europa- und Weltmeister im Diskuswerfen. Mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London 2012 holte er den ersten Olympiasieg in der Leichathletik für Deutschland seit 12 Jahren.

Geehrt wurde er im vergangenen Jahr auch mit der Auszeichnung „Sportler des Jahres“. Als er bei der Wahl zum Berliner Sportler des Jahres 2012 von der blinden Schwimmerin und Paralympics-Siegerin Daniela Schulte hörte, wie wenig Geld behinderten Spitzensportlern zur Verfügung steht, hat er sich spontan entschlossen, seine Teambekleidung von London zu versteigern und den Erlös dem Berliner Schwimmteam zu spenden. (BLZ)