Berlin - – Als „Entmachtung” des Eisbären-Managers Peter-John Lee wollte der neue Aufsichtsratschef Luc Robitaille die Strukturänderungen beim Berliner DEL-Club nicht verstanden wissen. „Es ist immer noch Peters Team”, sagte der ehemalige NHL-Star. Künftig würden aber „alle Entscheidungen gemeinsam getroffen”.

Für die Eisbären hatte am Montag eine neue Ära begonnen. Der Verein aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steht unter der Aufsicht des zweifachen Stanley-Cup-Siegers Los Angeles Kings, der wie die Eisbären zur Anschutz Entertainment Group (AEG) gehört. „Diese Kooperation ist einmalig in Europa”, sagte Lee, der künftig Robitaille Rechenschaft ablegen muss.

Die neuen Strukturen erlauben den Berlinern, auf „alle Ressourcen” der Kalifornier zurückzugreifen. Das betrifft auch den Austausch von Spielern. Robitaille betonte aber, dass die LA Kings „keinesfalls Spieler in Berlin 'abwerfen' wollen”, um sie für den NHL-Club zu entwickeln. „Es müssen Spieler sein, die Peter haben möchte, und die den Eisbären helfen”, sagte er.

Um die Berliner, die seit Jahren ihren Ansprüchen hinterherhinken, mit passenden Verstärkungen zu unterstützen, werden die LA Kings ihr Ausbildungssystem verändern. „Bisher wollten wir Spieler entwickeln, die den Stanley Cup gewinnen können”, sagte Mike O’Connell, bei den Kings Berater für die Spielerausbildung. „Jetzt werden wir unseren Fokus neu justieren, um auch Spieler zu finden, die für die Eisbären die Meisterschaft gewinnen können.”

Ob die Zusammenarbeit auch mit einer Budgeterhöhung bei den Eisbären einhergehen wird, blieb vorerst offen. „Unser Plan ist nicht, wie andere Vereine viel Geld in die Mannschaft zu pumpen und nur einzukaufen”, sagte Lee. (dpa/bb)