Vielen Fans von Rosenstolz macht es zur Stunde gar keinen rechten Spaß, Fan von Rosenstolz zu sein. Da haben sie fleißig das neue Album gekauft und es auf Platz Eins der Charts gehievt. Und nun das: Nach langer Band-Pause und dem Comeback im Herbst gibt es jetzt Berichte, das Berliner Erfolgsduo stehe vor dem Aus. Termine wurden abgesagt, das Management spricht von „kreativer Pause“. Bei der Plattenfirma Universal heißt es am Freitag, man sei selber überrascht von solchen Berichten, arbeite man doch derzeit fleißig an der Werbung für die zweite Single „Lied von den Vergessenen“. Bestätigen will Universal nur, dass Sängerin Anna R. an einer „akuten Stimmbandentzündung“ leide und dass zwei Fernsehauftritte abgesagt wurden – bei Carmen Nebel am 25. Februar und bei der Echo-Verleihung am 22. März.

Auf ihrer Facebook-Seite melden sich Rosenstolz dann am Freitagmittag selbst zu Wort: „Anna und Peter haben sich nicht aufgelöst, wohl aber sind wir … sprachlos! Und werden es vorerst auch bleiben. Ihr kennt uns ja.“ Nun ja. So ein Statement lässt jede Menge Raum für Spekulationen. Auch bei den Fans. Denn so gut wie es die Band behauptet, verstehen ihre Anhänger sie dann wohl doch nicht. Viele haben das Rätselraten eher satt.

„Na toll, und was heißt das nun? Kauft brav die Single? Ein bisschen mehr Input wäre schon nett“, schreibt einer. „Das ist ne blöde, schwammige Aussage. Wenn ich eine Person des öffentlichen Lebens bin, sollte da ein wenig mehr kommen“, pflichtet eine Anhängerin bei. „Könnt ihr nicht mehr sagen?! Wie soll man das verstehen?! HILFE!!!“, schreibt ein offenbar verzweifelter Fan namens Felix.

Sprachlos zu sein, eine Woche nachdem die neue Single auf den Markt gekommen ist – daran können natürlich einfach die lädierten Stimmbänder schuld sein. Einiges spricht aber auch für eine PR-Aktion. Wenn man sich die Titelliste des neuen Albums anschaut, trifft man an vierter Stelle auf ein Lied namens „Sprachlos“. Gut möglich, dass da bereits die Marketing-Maschine für eine neue Auskopplung angeworfen wird.

Denn bislang läuft es für Rosenstolz seit dem Comeback im September gut. Das aktuelle Album mit dem philosophischen Titel „Wir sind am Leben“ war im vergangenen Jahr eine der bestverkauften Platten in Deutschland und hat Platin-Status erreicht. Im November gab es einen Bambi für das Comeback des Jahres – und einen medienwirksamen Rüffel von Peter Plate an die Preisstifter, weil Rüpel-Rapper Bushido ebenfalls geehrt wurde. Kürzlich folgte dann eine Echo-Nominierung in der Kategorie „Gruppe Rock/Pop national“.

Doch die von den Fans so sehnlich erwarteten Konzerte lassen auf sich warten. Auf der Band-Webseite sind keine Termine für das Jahr 2012 eingetragen. Eine Tour, so heißt es von der Plattenfirma, war sowieso erstmal nicht vorgesehen. Das Duo wolle kürzer treten, nachdem Plate über Ausgebranntsein geklagt hatte. „Statt endlose Tourneen zu machen, möchte ich lieber einige wenige, kleinere Konzerte geben“, schrieb er im Oktober. Er habe noch immer Angst, dass sich die „schreckliche Erfahrung“ wiederholen könne.

Damit meint der 44-Jährige ein Konzert in Hamburg Anfang 2009. Damals hatte er auf der Bühne eine Panikattacke erlitten. Die Ärzte stellten daraufhin das Burn-out-Syndrom fest. Das erfolgreiche Pop-Duo stellte für fast drei Jahre Auftritte und Aktivitäten ein. Plate sagte später, er habe die schwerste Krise seines Lebens hinter sich gebracht.