Rot-Rot-Grün will Berlin pestizidfrei machen

Berlin - Rot-Rot-Grün im Abgeordnetenhaus will in Zukunft verbieten, dass in der Stadt Pestizide versprüht werden. Diese bedrohten die Artenvielfalt sowie die Gesundheit von Menschen, heißt es zur Begründung. „Es sind nicht nur die Insekten, die leiden, sondern auch wir Menschen”, sagte die Abgeordnete der Linken, Marion Platta, zu dem am Donnerstag eingebrachten Antrag. Vor allem der Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat soll so schnell wie möglich verboten werden. In Berlin kommen Pestizide zum Beispiel entlang von Bahngleisen sowie in Kleingärten zum Einsatz.

Glyphosat war 2017 in der Europäischen Union nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Gegen das Mittel hatte es vor allem in Deutschland massive Proteste gegeben. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation stufte Glyphosat im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend” für den Menschen ein. Die Lebensmittelbehörde Efsa, die Chemikalienagentur Echa und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sah dafür hingegen keine Bestätigung.

Der CDU-Abgeordnete Danny Freymark hält ein Verbot in Berlin nicht für sinnvoll. „Verbote müssen nicht nur erlassen, sondern auch überprüft werden”, sagte er. Die Polizei und weitere Behörden in der Hauptstadt seien aber bereits genug überfordert, als dass sie ein weiteres Verbot kontrollieren könnten. (dpa/bb)