Schriftstellerin Jackie Thomae
Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

2019 war für Sie…

… ein ungewöhnlich zweigeteiltes Jahr: Ich habe bis zum Frühjahr geschrieben, das heißt, ich habe größtenteils den Mund gehalten. Ab dem Sommer habe ich dann so viel geredet wie nie zuvor in meinem Leben. Damit habe ich nicht gerechnet, aber es war gut, sehr gut sogar.

Wer oder was wird aus dem zu Ende gehenden Jahrzehnt in Erinnerung bleiben?

Die Zehnerjahre sind noch zu frisch, um sie in meiner Erinnerung präzise von den Nullerjahren abgrenzen zu können. Am Ende der hoffentlich goldenen Zwanziger werde ich mir auf altem Elektroschrott meine Fotos anschauen, schöne junge Menschen sehen und denken: Die Zehner – das waren noch Zeiten, was haben wir gelacht!

Was macht Ihnen Angst im kommenden Jahr?

Alles, was ich während der Arbeit an meinem Buch in die Ablage „unerledigt“ gelegt habe, liegt dort immer noch. Aua.

Worauf freuen Sie sich?

Ich werde auf Lesereise durch Deutschland sein. Ich freue mich sehr auf die Leute und übe gerade, mich auch auf die Bahnfahrten zu freuen. Und wie jeder Berliner freue ich mich wie ein Schneekönig auf den Frühling.

Welchen Satz möchten Sie im nächsten Jahr nicht mehr hören?

Um Ihr Anliegen noch besser bearbeiten zu können, sagen Sie uns bitte jetzt Ihre Kundennummer, Ziffer für Ziffer. Wussten Sie schon, dass Sie unseren Service auch rund um die Uhr online erreichen können?

Und welchen viel öfter?

Komm vorbei, wann immer Du willst, ich bin hier.

Die Jugend der Welt geht für das Klima auf die Straße. Was tun Sie?

Ich erinnere mich an die späten Achtziger und frühen Neunziger.

Denk ich an Deutschland…

… in der Nacht, dann trinke ich, wenn es gut läuft, einen hervorragenden deutschen Wein dazu.

Wenn am 31. Oktober 2020 tatsächlich der BER öffnet, werde ich…

… Kindern und Jugendlichen mit meinen Erinnerungen an Tegel und Tempelhof auf die Nerven gehen.

Ihr Willkommensgruß an Elon Musk.

Let’s go get stoned (Ray Charles)