Jen Bender (m.), Sängerin von Grossstadtgeflüster.
Foto: Grossstadtgeflüster

Berlin2019 war für Sie…

…mal Zukunft, dann Gegenwart. Viele Geschichten und demnächst dann Geschichte.

Wer oder was wird aus dem zu Ende gehenden Jahrzehnt in Erinnerung bleiben?

Mein Vater Pete Wyoming Bender ist 2014 gestorben. Der Tod eines geliebten Menschen tut weh, räumt auf, sortiert Prioritäten im eigenen Leben. Ich habe grundsätzlich einfach ein Scheißglück. Er bleibt ein wichtiges Vorbild für mich!

Was macht Ihnen Angst im kommenden Jahr?

Menschen.

Worauf freuen Sie sich?

Auf unsere Grossstadtgeflüster-Tour im Frühjahr! In Berlin zum zweiten Mal in der Columbiahalle. Hätteste mir das vor’n paar Jahren vorausgesagt, ich hätte dir’n Vogel gezeigt.

Welchen Satz möchten Sie im nächsten Jahr nicht mehr hören?

Das man seine Meinung in diesem Land nicht frei äußern kann.

Und welchen viel öfter?

Ich werde jetzt meine Meinung äußern und bin bereit, mich mit den Konsequenzen und Verletzungen, die aus meiner Meinung resultieren, zu beschäftigen.

Die Jugend der Welt geht für das Klima auf die Straße. Was tun Sie?

Mich mit den Erwachsenen streiten, die sich über den Schulstreik ärgern und weiterhin mein Leben abklopfen, an welchen Stellschrauben ich mitdrehen kann.

Denk ich an Deutschland…

…ein durch den Verlauf der Menschheitsgeschichte abgesteckter, partiell echt schöner Landstrich, in dem ich durch Zufall zur Welt gekommen und somit in den Schoß diverser Privilegien gefallen bin.

Wenn am 31. Oktober 2020 tatsächlich der BER öffnet, werde ich…

…einen Besen fressen.

Ihr Willkommensgruß an Elon Musk.

Er sollte seinen Cybertruck nicht am 1. Mai durch Kreuzberg fahren lassen.