Sarah Wiener, Köchin und Unternehmerin
Foto: Imago Images/Sven Simon

2019 war für Sie…

… ein wildes, sehr intensives und aufregendes Jahr mit großen persönlichen und räumlichen Veränderungen.

Wer oder was wird aus dem zu Ende gehenden Jahrzehnt in Erinnerung bleiben?

Es wird wohl das Jahrzehnt der ökologischen Bewusstseinserweckung sein. Die Erkenntnis, dass wir uns wohl ändern müssen, ist vorhanden. Aber wir wollen und können noch nicht so recht.

Was macht Ihnen Angst im kommenden Jahr?

Angst ist übertrieben. Aber ich will wieder säen und pflanzen und ernten und einwecken und das alles ohne Burn-out schaffen.

Worauf freuen Sie sich?

Auf meine Hängematte im Garten. Auf das Wachstum um mich herum – auch auf mein persönliches.

Welchen Satz möchten Sie im nächsten Jahr nicht mehr hören?

Das hamma imma scho so gmacht. Und: Wir müssen die Welt ernähren.

Und welchen viel öfter?

Der Trend des Kleinbauern-Sterbens in ganz Europa wurde umgekehrt.

Die Jugend der Welt geht für das Klima auf die Straße. Was tun Sie?

Ich habe wegen einer Ernährungs- und Agrarwende mein wunderbares, eigenständiges Leben gegen ein aufregendes EU-Mandat in Brüssel getauscht. Ich nutze kaum Plastik, wohne in einem nachhaltigen, giftfreien Holzhaus, fördere Handwerk und Vielfalt, nutze möglichst selten Industrieprodukte von global dominanten Industrien, habe meine ganze Firma auf den Werten der Nachhaltigkeit und Vielfalt aufgebaut. Und ich koche frisch mit ökologischen Zutaten, aus dem Garten, von der Wiese und aus der Region, wann immer es geht. Zudem bringe ich durch meine Stiftung jedes Jahr zigtausenden Kindern das Kochen bei.

Denk ich an Deutschland…

… denk ich an Berlin, an Hamburg und an meine neue Heimat, die Uckermark, an Freund/innen und engagierte Menschen. Aber kulinarisch ist im Großen und Ganzen noch Luft nach oben, besonders bei der Lebensmittelqualität.

Wenn am 31. Oktober 2020 tatsächlich der BER öffnet, werde ich...

… Tegel nachweinen. Wahrscheinlich wird wie überall gerade auch dort der Mensch zusehends abgeschafft, um sich zusehends von Automaten und Computern gängeln zu lassen. Ich werde wehklagen.

Ihr Willkommensgruß an Elon Musk.

Nice to meet you, I am Sarah. Do you have time for a few questions I am interested in? (Schön Sie kennenzulernen. Haben Sie Zeit für ein paar Fragen?)