Berlin - Mit großer Enttäuschung hat die Technische Universität Berlin (TU) auf die Entscheidung von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) reagiert, das Riesenrad-Grundstück am Bahnhof Zoo nicht zurückzukaufen. Nachdem die Pläne gescheitert waren, ein Aussichtsrad mit 175 Meter Höhe zu errichten, hatte die Universität dort den Ausbau ihres Campus Charlottenburg geplant.

„Nun stehen wir wieder hinten an und müssen die Pläne erneut aufschieben“, kritisierte TU-Präsident Jörg Steinbach. Es sei „unerträglich, dass sich der Finanzsenator wieder einmal durchgesetzt hat“, sagte Charlottenburg-Wilmersdorfs Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD). Er befürchtet ebenso wie Steinbach, dass auch dem Gelände eine Brache in bester City-West-Lage entsteht.

Senat bekam 25 Millionen Euro

Nach geltendem Baurecht darf auf dem Areal, dem früheren Wirtschaftshof des Zoos, nur ein Riesenrad errichtet werden. Der Senat hatte für das 13 000 Quadratmeter große Grundstück an der Hertzallee 25 Millionen Euro bekommen. Die Fläche sei mit Risiken wegen einer ungeklärten Grundschuld in Höhe von 225 Millionen Euro behaftet, hatte Nußbaum am Donnerstag im Abgeordnetenhaus erklärt. 2007 hatte es einen ersten Spatenstich für das Riesenrad gegeben, das 120 Millionen Euro kosten sollte.

Gebaut wurde das Great Berlin Wheel aber nicht. Es scheiterte an der Finanzierung. Gegen die Verantwortlichen eines Fonds ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Laut Kaufvertrag hat Berlin die Möglichkeit, das Grundstück zurückzukaufen, wenn das Riesenrad nicht gebaut wird. (mit dpa)