Berlin - Corona macht auch den Reiseplänen ausgestorbener Dinosaurier einen Strich durch die Rechnung. Denn in wenigen Monaten sollte das weltberühmte T-Rex-Skelett Tristan Otto, das sich derzeit in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen befindet, eigentlich wieder nach Berlin zurückkehren. Doch daraus wird nun leider nichts. Die Pläne haben sich wegen der Pandemie geändert, so das Berliner Naturkundemuseum.

Das Skelett des Tyrannosaurus Rex, das 2012 im US-Bundesstaat Montana entdeckt und ausgegraben wurde: Der auf „Tristan Otto“ getaufte Dino war in Berlin ein echter Touristenmagnet, stand von 2015 bis 2019 im Naturkundemuseum. Über drei Millionen Besucher sahen das aus 300 Einzelteilen bestehende Skelett. Im vergangenem April verabschiedete sich Tristan Otto aus Berlin, um als Leihgabe in einer Sonderausstellung im Naturkundemuseum in Kopenhagen gezeigt zu werden. Laut Plan sollte der fossile T-Rex in diesem Sommer wieder in Berlin stehen.

Wegen Corona: Dino-Star konnte in Dänemark nur kurz gezeigt werden

Nun bitten die dänischen Museumsmacher ihre deutschen Kollegen, ob sie Tristan Otto nicht noch länger behalten dürfen. Denn die Schau „König der Dinosaurier“, in der der T-Rex aus Berlin der Star ist, hatte 2020 in Kopenhagen kaum begonnen, da musste sie wegen der Corona-Pandemie auch schon wieder geschlossen werden. Das Interesse an Tristan Otto sei bis zur Schließung groß gewesen. Etwa 100.000 Besucher seien gekommen, heißt es.

„Wir haben viele Anfragen von Interessierten aus dem ganzen Land erhalten, die bisher keine Gelegenheit hatten, die Ausstellung zu sehen“, sagt Peter Kjærgaard, Direktor des Naturhistorischen Museums von Dänemark. Nun sollen sie die Gelegenheit bekommen, Tristan Otto zu bewundern, sobald das Kopenhagener Museum wieder öffnen kann. Denn das Berliner Naturkundemuseum entsprach dem Wunsch der dänischen Kollegen, die Leihfrist für den T-Rex zu verlängern. „Wir sind unglaublich glücklich und stolz, die Ausstellung nun doch bis Ende 2021 in Kopenhagen zeigen zu können“, sagt Direktor Kjærgaard. „Tristan ist auch eine Geschichte der Freundschaft zwischen zwei Museen, zwei Städten und den Menschen in Deutschland und Dänemark.“

Für Johannes Vogel, Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums, ist es überhaupt kein Problem, dass T-Rex Tristan Otto erst 2022 wieder in der Hauptstadt präsent sein wird. Das Dino-Skelett gehöre den Berlinern nicht alleine, erklärt er. Es sei die Aufgabe und die Selbstverständlichkeit großer Naturkundemuseen, ihr Wissen und ihre Objekte weltweit zur Verfügung zu stellen.