Berlin - Mitglieder des als ultra-nationalistisch geltenden russischen Rockerclubs „Nachtwölfe“ haben am Dienstag in Berlin am Ehrenmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten im Treptower Park Kränze niedergelegt. Der 9. Mai wird in Russland als „Tag des Sieges“ begangen, in diesem Jahr zum 72. Mal.

Die Rockergruppe war am 27. April in Moskau gestartet. Mit ihrer Fahrt will sie an das Ende des Zweiten Weltkrieges und den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland erinnern. Auf ihrer Internetseite veröffentlichten die Rocker Fotos und Videos von der Tour durch mehrere Länder. Neben Fahrern aus Russland seien auch Begleiter aus der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Polen, Bulgarien, Mazedonien, Italien und Deutschland dazugestoßen, hieß es dort.

Am Sonntag hatten die Motorradfahrer laut einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ in Dresden Station gemacht und auf einem Friedhof einen Kranz niedergelegt. In einem Videofilm im Internet sind rund 60 Motorräder und einige Autos bei der Fahrt durch Dresden zu sehen. An einigen Motorrädern sind russische und sowjetische Fahnen befestigt. Viele Fahrer schlossen sich aber erst im Lauf der Tour durch einige Länder der Gruppe an.

2015 wurde Einreise mehrerer "Nachtwölfe"-Rocker verhindert

Im vergangenen Jahr war eine Gruppe von etwa 100 Fahrern durch das Regierungsviertel der deutschen Hauptstadt gerollt. Einige Dutzend Motorräder war dann im Konvoi vor dem sowjetischen Ehrenmal vorgefahren, wo schon Veteranen der sowjetischen Armee und weitere Russen standen. Später ging es vorbei am Brandenburger Tor zum nächsten sowjetischen Mahnmal, den beiden alten Weltkriegspanzern an der Straße des 17. Juni, sowie zum dritten Mahnmal in Schönholz in Pankow. 

2015 hatte die umstrittene „Siegesfahrt“ von Moskau nach Berlin für Aufsehen gesorgt. Bei der Fahrt hatten deutsche Behörden die Visa mehrerer Mitglieder abgelehnt und die Einreise verhindert. (BLZ/dpa)