Die eingleisig geplante Verlängerung der S-Bahnlinie 2 von Berlin-Lichtenrade nach Rangsdorf (Teltow-Fläming) wird möglicherweise um einen zweiten Schienenstrang erweitert.
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RangsdorfDie eingleisig geplante Verlängerung der S-Bahnlinie 2 von Berlin-Lichtenrade nach Rangsdorf (Teltow-Fläming) wird möglicherweise um einen zweiten Schienenstrang erweitert. Wie das Verkehrsministerium in Potsdam dem Landtagsabgeordneten Matthias Stefke (Freie Wähler) auf eine Anfrage hin mitteilte, wird unter anderem eine durchgehende zweigleisige Verlängerung der S 2 von Blankenfelde nach Rangsdorf (Kreis Teltow-Fläming) geprüft. In den Gemeinden Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf wächst die Hoffnung, dass der seit Jahren geforderte S-Bahn-Anschluss damit zweigleisig ausgebaut wird.

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„Klarheit wird die Vorentwurfsplanung bringen, die hoffentlich bis zur Mitte dieses Jahres vorliegt“, sagte Rainer Pannier, der Vorsitzende der schon 2002 gegründeten Bürgerinitiative Bisar, die sich für die Wiederanbindung Rangsdorfs an den S-Bahnverkehr einsetzt.

Verlängerung der S-Bahn 2

Die Deutsche Bahn verfolgt vorrangig die im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebene Reaktivierung der Dresdner Bahn, die weiter parallel zur S-Bahn zwischen Berlin-Lichtenrade und Blankenfelde verlaufen soll. Diese Strecke ist die einzige der nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegten Bahnverbindungen, die nach der Wiedervereinigung noch nicht wieder in Betrieb ist.

Die Verlängerung der S-Bahn 2, die bisher in Blankenfelde endet, wird auch von der Landesregierung, von Gemeinden, Verkehrspolitikern und Fahrgastverbänden gefordert. Auch SPD, CDU und Grüne in Brandenburg haben sich in ihrem Koalitionsvertrag für den zweigleisigen S-Bahn-Ausbau und einen 10-Minuten-Takt auf allen märkischen S-Bahn-Strecken eingesetzt.

Die bisherigen Planungen für eine bessere Verkehrsanbindung der wachsenden Gemeinden südlich Berlins sahen einen eingleisigen S-Bahn-Verkehr vor, der nur einen 20-Minuten-Takt ermöglicht. Um Angebot und Attraktivität der S-Bahn zu verbessern, wird von verschiedenen Seiten ein 10-Minuten-Takt verlangt, was ein zweites Gleis erfordert.

Rolls-Royce gab den Anstoss zum zweiten Strang

Die Option eines nur eingleisigen Ausbaus der S-Bahn über Lichtenrade hinaus änderte sich erst, als sich das in Dahlewitz beheimatete Werk des Turbinenherstellers Rolls-Royce für einen zusätzlichen S-Bahn-Haltepunkt in dem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 10 einsetzte. Damit war klar: Es muss ein zweiter Schienenstrang für die S-Bahn nach Rangsdorf her.

Auch der Abgeordnete Stefke hofft, dass der S-Bahn-Anschluss Rangsdorfs zweigleisig gebaut wird. „Die spannende Frage ist, wann das mehr als 100 Millionen Euro teure Bauvorhaben abgeschlossen sein wird.“ Nach seiner Ansicht hat der S-Bahn-Ausbau bei früheren Landesregierungen „nicht die nötige Priorität“ gehabt. „Offenbar hat erst der Druck von Rolls-Royce die neuen Planungen bewirkt.“

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Wie das Verkehrsministerium auf Stefkes Anfrage mitteilt, wäre auch eine „eingeschränkte Zweigleisigkeit“ der S-Bahn von Lichtenrade nach Blankenfelde möglich. Damit wäre nach Ansicht Panniers ein 10-Minuten-Takt auf der knapp sechs Kilometer langen S-Bahnstrecke vorerst weiter ausgeschlossen.

Idee für die zweigleisige Anbindung gab es bereits 1991

Bereits 1991 hatte eine vom Land Brandenburg finanzierte Studie des Planungsbüros Berliner Verkehrs-Consult Bauvorschläge für die zweigleisige Anbindung Rangsdorfs an die S-Bahn vorgelegt. „Die Vorschläge wurden nie mit uns vom damaligen Verkehrsministerium Brandenburgs erörtert“, sagte Pannier, der als Diplom-Ingenieur sein Leben lang bei der Bahn arbeitete. Er hatte die Studie damals im Auftrag des Landrates des Altkreises Zossen in Auftrag gegeben.

Sollte es zur zweigleisigen S-Bahn-Verbindung bis Rangsdorf kommen, sieht Pannier einen wesentlichen Zweck seiner Bürgerinitiative erfüllt. Für das in der Satzung verankerte Vereinsziel, die S-Bahn bis Wünsdorf zu verlängern, müssten sich dann andere einsetzen, sagte er.