Sie hat einige Negativ-Schlagzeilen produziert. Trotzdem soll die Baureihe 481, die den Großteil der S-Bahn-Flotte bildet, noch lange im Einsatz bleiben. Nach Informationen der Berliner Zeitung plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dass die S-Bahnen mindestens bis 2030 betrieben werden – möglichst sogar noch länger. Das geht aus dem aktuellen Konzept für die kommenden Ausschreibungen des Berliner S-Bahn-Verkehrs hervor.

Auf den Schrottplatz? Bloß nicht! In den nächsten Jahren wollen Berlin und Brandenburg für zwei weitere Teilnetze die Verträge neu vergeben. So soll der Betrieb der Nord-Süd-S-Bahnen für die Jahre 2023 bis 2031 ausgeschrieben vergeben werden. Auch für die Ost-West-Linien werden Bewerber gesucht – für die Jahre 2023 bis 2027. Neu ist, dass bei beiden Verfahren anders als bisher auch Bewerbungen zugelassen werden, die den Weiterbetrieb von „Altfahrzeugen“ vorsehen. Dann soll sich die Deutsche Bahn (DB), die heute alle Linien betreibt, auch mit der Baureihe 481 bewerben dürfen.

Entscheidung fällt Ende Oktober

Für das neue Konzept nennt der Senat wirtschaftliche Gründe. Es sei richtig, den Vorteil abgeschriebener und ausfinanzierter S-Bahnen zu nutzen, hieß es. Zudem gingen Experten davon aus, dass die von 1996 bis 2004 von Bombardier gelieferten Züge noch über 2030 hinaus halten.

Beim ersten Vergabeverfahren, das noch im Gang ist, werden dagegen fabrikneue S-Bahnen gefordert. Wie berichtet, erhöht das die Kosten enorm. Für die 400 Wagen, die für den Ring und den Südosten nötig sind, sind rund 900 Millionen Euro einzukalkulieren. Das hat Bewerber abgeschreckt, offenbar blieb als einziges Bahnunternehmen die DB übrig. Ende Oktober soll der Zuschlag erteilt werden. Dann soll feststehen, wer den neuen S-Bahn-Vertrag für die Jahre 2020 bis 2035 bekommt.