Berlin - Pünktlich um vier Uhr morgens hielt der erste Zug. Am Ostkreuz ist am Montag die neue Ringbahnhalle für den Verkehr freigegeben worden. Sieben Stunden nach Durchfahrt der ersten S-Bahn folgte die offizielle Eröffnung: Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Vertreter der Deutschen Bahn nahmen die neue Halle um 11 Uhr feierlich in Betrieb – und verteilten Tortenstücke an die Schaulustigen. Durch das neue Bauwerk aus Glas und Stahl sind die S-Bahnfahrgäste auf einer der wichtigsten Stationen Berlins künftig besser vor Wind und Regen geschützt. Der Bau kostete rund zwölf Millionen Euro. Drei Millionen davon steuerte das Land Berlin bei, 2,65 Millionen kamen vom Bund.

Mit der Eröffnung der Bahnhofshalle sei nun die Halbzeit bei der Sanierung des Ostkreuzes erreicht, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel. Bis zum Jahr 2016 baut die DB für 411 Millionen Euro das Ostkreuz zu einem modernen Umsteigebahnhof aus. Nach dem Bau der Ringbahnhalle werden nun noch die Bahnsteige im Ost-West-Verkehr erneuert und weitere Rolltreppen und Aufzüge eingebaut. Im Jahr 2014 sollen direkt neben dem S-Bahnring Regionalzüge halten, die von Eberswalde bis zum neuen Großflughafen in Schönefeld verkehren, sagte Leuschel. Weil die Sanierung am Ostkreuz während des laufenden Betriebs erfolgt, gibt es immer wieder Einschränkungen. „Wir haben allein an 30 Wochenenden den Ring unterbrechen müssen“, sagte Leuschel und dankte den Fahrgästen für ihre Geduld. Zuletzt war der S-Bahnring wegen der Arbeiten an der Halle sowie der Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerkes für 16 Tage unterbrochen worden. Die Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen.

Auf dem S-Bahnsüdring gibt es zurzeit weitere Bau-Einschränkungen. Bis zum 24. April ist die Strecke zwischen Schöneberg und Bundesplatz gesperrt – stattdessen fahren dort Busse. Zwischen Schöneberg und Südkreuz pendelt die S-Bahn.