S-Bahn, Bus- und U-Bahn-Knigge: Acht Tipps, wie man stressfrei durch den Verkehr kommt

1. Cool bleiben und lächeln

Wenn es voll ist, einfach mal lächeln, innere Ruhe und etwas Lässigkeit bewahren. In anderen Ländern ist das selbstverständlich. Italiener etwa kennen kaum Berührungsängste und lassen sich von Menschenmassen nicht aus der Ruhe bringen. Oder besser gesagt: Nicht aus ihrem Takt, wenn sie als geradezu undurchdringlicher Pulk aus transpirierenden, lautstark telefonierenden und schnatternden Menschen in der Bahn stehen.

Ein bisschen Abstand zum Nachbarn sollte es hier in Berlin dagegen schon sein – einverstanden. Aber dann doch wenigstens cool bleiben und besonders an rappelvollen Tagen auch mal ein Lächeln mehr verschenken. Reicht ja ein kurzes.

2. Stets ein „Tschuldigung“ auf den Lippen

Wird es eng, ist das Anrempeln nicht weit. Oder das Quetschen. Je nachdem. Damit sich alle wohler damit fühlen, lohnt sich der Blick nach Paris oder London. Die nahkampferprobten Londoner zum Beispiel machen das Beste aus der drangvollen Fülle ihres Lieblingsverkehrsmittels, der „Tube“ (vier Millionen Passagiere pro Tag; zu Spitzenzeiten 535 Züge, die gleichzeitig durch den Untergrund rasen). Sie bleiben nämlich betont höflich.

Die Londoner sagen zum Beispiel immer „Sorry!“ beim Rempeln. Ohne Ausnahme! Und zwar auch dann, wenn man selbst Opfer ist und den Ellbogen des Nachbarn in die Rippen kriegt. In Paris heißt das „Pardon“ – auch ein Wort für alle Fälle. Berlinern und Touristen könnte das im Sardinenbüchsen-Miteinander vielleicht auch gut tun. Wäre ja einen Versuch wert. So fürs Gesamtklima. Also, gern öfter mal zu einem „Tschuldigung“ durchringen – egal, in welcher Sprache.

3. Rechtzeitig zur Tür vorarbeiten – auch wenn es eng ist

„Wie komme ich hier nachher eigentlich wieder raus?“ Kennen Sie das Gefühl, oder? Was hilft: Sich aus dem Gedränge schon während der Fahrt in Richtung Türen vorarbeiten, idealerweise auf der letzten Station vor dem Ausstieg. In Mexiko-Stadt, Peking oder Moskau zum Beispiel fragt man einfach jeden Vordermann kurz, ob er auch aussteigen möchte. In Moskau gehört das gar zum guten Ton.

So sortieren sich alle zurecht, auch wenn es eng ist. Diejenigen, die aussteigen wollen, stehen dann in der Mehrheit am Ausgang bereit – mindestens hinter Menschen, die ebenso aussteigen wollen. Wer in Moskau erst im letzten Moment aufspringt und sich durch den Menschenstrom nach draußen drücken will, erntet schnell irritierte Blicke. Abgesehen davon: Zu Stoßzeiten hat er keine Chance.

4. Durchgehen, bitte!

Dieser Hinweis geht an unerfahrene Neuberliner, Touristen und an solche Berliner, die sich angesprochen fühlen: Beim Einstieg bitte nicht im Türbereich stehen bleiben, sondern nach hinten durchgehen, zwischen die Sitzreihen - und damit Platz für alle nachfolgenden Fahrgäste schaffen. Etwas, das in jeder Millionenstadt ganz normal ist. Die Leute werden es Ihnen danken!

Ach ja: Noch mehr gilt das für Berliner Busse. Die Türflügel werden beim Öffnen nämlich nach innen eingeklappt – und das funktioniert nicht, wenn die Fahrgäste zu nah an der Tür stehen. Was Berliner Busfahrer regelmäßig zur Weißglut bringt. Leicht daran zu erkennen, wenn folgende Durchsage erklingt: „Bitte treten Sie aus dem Türbereich. Die Tür schließt sonst nicht und wir können nicht losfahren. Bitte treten Sie…“ Sollte besser nicht soweit kommen, weil es Augenrollen der Mitfahrer einbringt. Also, weg da!

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