Falkensee - Die S-Bahn erschließt viele Orte im Umland. Doch als einzige wichtige Pendlerachse ist das Havelland mit den rot-gelben Zügen nicht erreichbar. Jetzt hat S-Bahn-Chef Peter Buchner ein Konzept zur Diskussion gestellt, wie sich das ändern könnte. Damit die 25.000 Menschen, die tagtäglich zwischen dem Havelland und Berlin pendeln, besser ans Ziel kommen, sollen Express-S-Bahnen fahren.

Allein in Falkensee ist die Einwohnerzahl seit 1990 um 87 Prozent gewachsen – auf 41.700. Doch im Verhältnis dazu ist die Zahl der Bahnfahrgäste gering: 8600 am Tag. In Orten wie Strausberg ist der Anteil der Nahverkehrsnutzer höher – weil die S-Bahn dorthin fährt. Ins Havelland kommt man außer mit Autos und Bussen nur mit Regionalzügen, die oft überfüllt sind. Die Strecke ist am Ende ihrer Kapazität.

Eine neue S-Bahn-Strecke würde die Fahrgastzahlen steigern, so Buchner. Die Expresslinie S 5 X würde in Nauen beginnen. Nach Halten in Brieselang, Finkenkrug und Falkensee fahren die S-Bahnen an vielen Stationen vorbei. Bis Westkreuz halten sie nur in Seegefeld, Albrechtshof und Spandau.

Erst jenseits vom Westkreuz, wo Anschuss an den Ring besteht, gäbe es wieder an allen S-Bahnhöfen Stopps – was viele Direktverbindungen schaffen würde. Die S-Bahnen würden im 20-Minuten-Takt verkehren und die Regionalbahnlinien RB 10/14 ersetzen. Die Züge der RE 2 und RE 6 sollen weiterhin fahren.

Auf der Strecke ins Havelland stünden den Fahrgästen pro Stunde und Richtung 150 mehr Sitzplätze als heute zur Verfügung, so der S-Bahn-Chef. Und die Fahrzeiten wären konkurrenzfähig: Von Falkensee bräuchte die Express-S-Bahn 26 Minuten. „Unser Konzept ist ein Denkanstoß“, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Kreis- und Kommunalpolitiker wollen es prüfen.