Ein S-Bahn-Zug am Ostkreuz. Von hier nach Neukölln fahren ausschließlich Busse.
Foto: Berliner Zeitung/Eric Richard

BerlinDie Schäden an der Ringbahn sind gravierender als angenommen. Deshalb bleibt der S-Bahn-Verkehr zwischen Ostkreuz und Neukölln länger als erwartet unterbrochen, erfuhr die Berliner Zeitung am Donnerstag aus Bahnkreisen. Aller Voraussicht nach werden auf dem Ringbahnabschnitt im Osten der Stadt erst von der kommenden Woche an wieder S-Bahnen fahren können, hieß es. Zuletzt hatte man gehofft, dass die Strecke an diesem Freitag wieder in Betrieb gehen kann. Doch die Zerstörungen, die Folge eines von Linksextremisten verursachten Kabelbrands sind, ließen sich nicht einfach beheben. Vorerst müssten Fahrgäste auf dieser Verbindung weiterhin den Schienenersatzverkehr nutzen. Zwischen Ostkreuz und Neukölln fahren Busse.

Intern halten es die Fachleute für möglich, dass auf diesem Teilstück des Rings von Montag an wieder S-Bahnen verkehren können. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass zunächst nur ein eingeschränkter Verkehr eingerichtet wird. Im Laufe der kommenden Woche, so die Erwartung, könne man auf den Linien S41 und S42 wieder zum vollen Fahrtenangebot zurückkehren, hieß es bei der Deutschen Bahn (DB).

Wie berichtet hatten Linksextremisten am frühen Montagmorgen auf dem Abschnitt Frankfurter Allee – Ostkreuz einen Brand gelegt. Er zerstörte Strom-, Signal- und Kommunikationsleitungen. Da es sich um Spezialkabel handelt, zogen sich die Neubeschaffungen hin. Inzwischen sind Techniker von DB Netz dabei, die einzelnen Leitungen zusammenzufügen – eine mühevolle Kleinarbeit. Prüfungen und Abnahmen schließen sich an. Erst dann sei eine Wiederinbetriebnahme möglich, hieß es.

Wie angekündigt konnte zumindest der Abschnitt zwischen Frankfurter Allee und Ostkreuz an diesem Donnerstagmorgen wieder in Betrieb genommen werden. Zwischen Ostkreuz und Baumschulenweg gibt es weiterhin Pendelverkehr im 20-Minutentakt, was Umsteigen erfordert und Reisewege zum Teil erheblich verlängert.

Warnstreik bei der BVG verschärft die Situation

In dem Bundesunternehmen hieß es, dass von dem Anschlag täglich 150.000 S-Bahn-Fahrgäste direkt betroffen sind. Weitere 100.000 Fahrgäste pro Tag müssen auf den angrenzenden Teilstücken Einschränkungen hinnehmen.

Weil an diesem Freitag um 3 Uhr ein 24-stündiger Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) beginnt, müssen sich Fahrgäste außerdem auch noch auf volle S-Bahn-Züge einstellen. Die S-Bahn Berlin GmbH ist von der Tarifauseinandersetzung nicht betroffen. Um den Andrang aufnehmen zu können, hat die S-Bahn am Donnerstag den Pendelzug zwischen Ostkreuz und Baumschulenweg von sechs auf acht Wagen verstärkt. Für den morgigen Schienenersatzverkehr zwischen Ostkreuz und Neukölln wurde die doppelte Zahl von SEV-Bussen angefordert.