Schmutz, Baulärm, Umwege und immer wieder Verkehrseinschränkungen: Schon seit Jahren belastet der Umbau des Ostkreuzes die Fahrgäste. Getröstet werden sie mit dem Versprechen, dass Gleise und Bahnsteige Ende 2017 fertig werden – und dass danach vieles besser sein wird als bislang. Doch eine wichtige Verbesserung wird dann noch nicht möglich sein. Denn auf einem S-Bahn-Abschnitt in der Nähe wird auch nach 2017 noch gebaut.

Ein schöner Plan: Vom Ostkreuz soll die S-Bahn in der Hauptverkehrszeit künftig öfter als alle zwei Minuten in Richtung Innenstadt verkehren. Innerhalb von 20 Minuten müssten elf Fahrten in jeder Richtung stattfinden – so hat es der Senat bestellt. Jetzt kam allerdings heraus: Daraus wird vorerst nichts, für so viele S-Bahn-Fahrten werde auf Jahre hinaus die Kapazität fehlen. Platz ist zunächst nur für acht Fahrten innerhalb von 20 Minuten, so ein Bahnsprecher. Im Vergleich zu heute wäre das kein Fortschritt, so viele Fahrten sind bereits jetzt dort vorgesehen.

Warum kann der Fahrplan nicht aufgestockt werden? Wenn das Ostkreuz fertig wird, stehen in Richtung Innenstadt statt vier nur zwei S-Bahn-Gleise zur Verfügung, hieß es. Der Grund ist, dass zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof Bauarbeiten nötig sind.

Strecke wird zwei Meter breiter

„Dort müssen regelgerechte Gleisabstände hergestellt werden“, erklärte der Sprecher. Nach den heutigen Richtlinien liegen die Gleise zu nahe beieinander. Der jetzige Bestandsschutz geht verloren, wenn Umbauten nötig sind – was jetzt der Fall ist. Vor der Einfahrt in den Ostbahnhof müssen neue an bestehende Gleise angeschlossen werden. Folge: Ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt ist erforderlich. Es hat begonnen, kann aber noch dauern. Hinzu kommt, dass die Trasse um zwei Meter verbreitert und eine Stützwand entlang der Straße An der Ostbahn verlegt werden muss. Dafür muss die Bahn ein Grundstück kaufen. „Der private Eigentümer hat das Grundstück von der Post erworben“, so die Bahn. „Zum damaligen Zeitpunkt war nicht zu erkennen, dass eine Baumaßnahme erforderlich wird.“

Intern hieß es, dass die Arbeiten wohl erst 2018 beginnen und möglicherweise bis 2020 dauern. Der SPD-Abgeordnete Sven Heinemann kritisierte, dass noch so lange gearbeitet wird. „Mal sehen, wie lange das dauern wird. Die Fahrgäste müssen es ausbaden.“