"Ich hatte bestimmt mal wieder beim Singen die Augen zu", sagt die Straßenmusikerin Elen Wendt. Deswegen hat sie vermutlich nicht mitbekommen, wer ihr da bei ihrem Spiel auf dem Alexanderplatz vor etwa drei Wochen begeistert zugehört hat. Es war Rockstar Marius Müller-Westernhagen, 66. Er hat sogar eine CD von der 25-Jährigen gekauft.

Ein paar Tage später klingelte Elens Telefon und Müller-Westernhagen persönlich war am Apparat. "Er fragte, wie es mir gehe", erzählt Elen, und dass er von meiner Musik begeistert sei. Sie sagt auch, dass sie der Anruf überrascht habe. Der Sänger habe ihr dann vorgeschlagen, bei seinem Tour-Abschluss-Konzert in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin am 24. Oktober mit ihrer Band als Vorgruppe aufzutreten. "Ich war total überrascht."

Elen macht seit sieben Jahren mit ihrer Gitarre Straßenmusik in Berlin, am Liebsten singt und spielt sie ihre Balladen und Pop-Songs vor den Schönhauser Allee Arcaden. Sie ist in Marzahn geboren und aufgewachsen, jetzt wohnt sie in Wedding. Gerade ist sie für den Musikpreis "VUT Indie Award" als bester Newcomer nominiert worden. Im Februar kam ihr erstes Album "Elen" heraus, und zwar ohne Plattenfirma. Sie hat es mit einer Band aufgenommen.

Von Straßenmusik leben ist sehr hart

Man könne von der Straßenmusik leben, aber das sei sehr hart, erzählte Elen unlängst in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung. "Wenn alles gut läuft, verdiene ich an einem Tag auch mal 40 Euro. Manche Leute kippen vor mir ihr Portemonnaie mit Kleingeld aus. Manche schmeißen einen Euro rein, manche auch zwei. Scheine sind eine seltene Ausnahme. Das funktioniert nur, wenn Weihnachtsmarkt ist und die Leute gute Laune haben."

Vor dem Auftritt im Oktober mit Marius-Müller-Westernhagen werde sie noch reichlich mit ihrer Band üben, sagt die 25-Jährige. "Natürlich habe ich auch Lampenfieber."