Berlin -  Es gibt gleich mehrere Ringe in und um Berlin: den allseits bekannten S-Bahn-Ring und den Autobahnrundkurs des Berliner Rings. Aber es existiert auch noch ein Radwege-Ring rund um die Bundeshauptstadt. Dieser Weg ist 330 Kilometer lang und noch unbekannt. Um das zu ändern, startet nun die erste offizielle Radsaison auf diesem Rundkurs mit sechs geführten Radtouren an diesem Sonnabend.  

Der Radring namens „Rund um Berlin“ ist ein gemeinsames Projekt der acht Regionalparks, die in Berlin oder gleich hinter der Stadtgrenze beginnen und sich ins Umland erstrecken. Das Projekt wurde seit mehr als einem Jahrzehnt von zahlreichen Kommunen, Landkreisen und den Regionalparks stetig ausgebaut. Nun beginnt die offizielle erste Saison.

„Rückgrat für das Radwegenetz im Umland“

„Der Radring soll nicht weniger als das Rückgrat für das Radwegenetz im Berliner Umland werden“, sagt Torsten Jeran, Vorsitzender des Dachverbands der Regionalparks Berlin und Brandenburg.

Gröschel Branding
Das ist einer der elf Tagesausflüge auf dem 330 Kilometer langen Rundkurs. 

Der Rundkurs ist zwar sehr lang, aber die Initiatoren setzen vor allem darauf, dass er sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln – vor allem der S-Bahn und der Bahn – aus Berlin erreichbar ist. Direkt an der Strecke gibt es 28 Bahnhöfe. Der Ring wurde in einzelne Abschnitte aufgeteilt, die als Tagestouren angesteuert werden können.

„Damit besitzt der Rundkurs ein hohes Potential für die Entwicklung einer attraktiven, klimafreundlichen Mobilität“, sagte Jeran. Zudem komme dem neuen Radring eine wichtige Rolle bei der Stärkung alternativer Mobilitätsformen im ländlichen Raum Brandenburgs zu.

In elf Tagestouren einmal rund um Berlin

„Insgesamt ist der Rundkurs in elf Streckenabschnitte aufgeteilt“, sagt Sprecherin Lucie Gröschel. Für den Entdeckertag am Eröffnungswochenende sind sechs geführte Touren ausgewählt. Für die Plätze waren Anmeldungen nötig, die recht schnell vergeben waren. „Das ist ja nur der symbolische Auftakt", tröstet Gröschel. „Die Idee ist, dass alle Radfahrer jederzeit selbst die Strecken entdecken und abfahren können.“

Ein Beispiel für einen Tagesausflug auf einem Teilabschnitt des Rundkurses: Mit der Regionalbahn, die auf dieser Strecke alle halbe Stunde fährt, geht es von Berlin nach Werder. Von dort mit dem Rad in das alte Fischerdorf Ketzin, dann nach Paretz mit dem Landschloss der Preußenkönigin Luise und der wohl ältesten Dorfkirche der Neugotik in der Mark. Von dort geht es nach Brieslang und nach 38 Kilometern auf dem Rad wieder zurück mit der Bahn nach Berlin.

Alle Etappen des Rundkurses