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Von der Zivilgesellschaft ungestört konnten sich Extremisten in Berlin wie zu Hause fühlen. Anhänger einer besonders gefährlichen radikal-islamischen Strömung versammelten sich am Sonntag, ohne dass sie nennenswerten Protest spürten. Zwar hatte ein Saalbetreiber in Kreuzberg den salafistischen Predigern abgesagt, aber ein anderer in Neukölln fand sich schnell und gern als Gastgeber.

Mit Sorge beobachten aufgeklärte Bürger, wie vor allem Jugendliche sich von charismatischen Salafisten-Predigern – etwa einem Berliner Ex-Rapper, der sich inzwischen aus Ägypten meldet – in den Bann ziehen lassen. Der Salafismus, der einen Steinzeit-Islam predigt, ist die am schnellsten wachsende Strömung. Salafisten fordern die Abschaffung unserer Grundwerte, die Errichtung eines Gottesstaates und die Einführung der Scharia, des islamischen Rechts- und Normensystems. Frauen die fremdgehen, müssen gesteinigt, Männer die homosexuell sind, gehenkt werden.

Nun steht ein Gottesstaat in Deutschland nicht bevor. Aber eine freiheitlich-demokratische Grundordnung lebt nun mal von der Kraft freier und demokratisch gesinnter Bürger. Doch der einzige Protest gegen die Extremisten kam vom anderen Rand der Gesellschaft: ausgerechnet von Pro Deutschland, einem Grüppchen, das seinen Nationalismus und Fremdenhass hinter einer Fassade aus geheucheltem Philosemitismus und vorgeblicher Grundgesetztreue versteckt. Dann war da noch die NPD, die sich angemeldet hatte. Doch die sagte mangels Beteiligung kurzfristig ab. Den Neonazis dämmerte wohl, dass sie und die Salafisten in ihren totalitären und antisemitischen Einstellungen dann doch nicht so unterschiedlich sind.

Doch wo waren all die aufgeklärten Normalbürger? Wo waren die Frauenrechtlerinnen? Wo waren die Schwulen- und Lesben-Verbände? Wo waren die demokratischen Parteien? Wo war eigentlich Claudia Roth? Und wo waren die vielen muslimischen Organisationen? Dass sie alle gefehlt haben, ist beunruhigend.

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